Nordenham - Die Zwischenbilanz in der Fußball-Bezirksliga fällt bei den drei Vereinen aus der Wesermarsch eher mau aus. Am besten steht noch der SV Brake da. Die Kreisstädter belegen mit 15 Punkten den 11. Tabellenplatz. Sie sind an diesem Wochenende spielfrei. Noch tiefer platziert sind der 1. FC Nordenham (13.) und der TSV Abbehausen (15.). Beide treten an diesem Wochenende auswärts an.
SV Tur Abdin Delmenhorst – TSV Abbehausen (Sonntag, 15 Uhr). Die Grün-Gelben haben zuletzt vier Mal in Folge verloren und stehen unter Zugzwang. Da helfe ein einzelne Dreier nur wenig weiter, meint Jörg Frerichs. „Wir müssten jetzt mal eine kleine Serie starten, sonst laufen uns die anderen Mannschaften davon“, sagt der TSV-Coach.
Aber wie? Ein großes Problem sei, dass er aus verletzungsbedingten Gründen so gut wie immer eine neue Startelf auf’s Spielfeld schicken muss. Deswegen sei sein Team nicht eingespielt.
Taktische Veränderungen, um wieder Erfolgserlebnisse einfahren zu können, schließt Frerichs momentan noch aus. „Das ist während der Saison schwierig. Das könnten wir frühestens in der Winterpause machen“, sagt er. Ohnehin meint er, dass ein System immer nur so gut sei, wie es die Mannschaft umsetze.
Anschauungsunterricht bekam er vom kommenden Gegner, den er kürzlich beim FC Rastede beobachtete. „Abdin hat fast schon traditionell eine starke Offensive. Aber mittlerweile spielen die auch nach hinten sehr diszipliniert“, sagt Frerichs. Genau daran hapere es bei seiner eigenen Mannschaft. Er attestiert ihr Mängel in der Rückwärtsbewegung. Sich aber nur auf die eigene Defensive zu konzentrieren, kommt für ihn nicht infrage. „Um zu gewinnen, müssen wir Tore schießen. Und um Tore zu schießen, müssen wir nach vorne spielen“, sagt Frerichs.
VfL Wildeshausen – 1. FC Nordenham (Sonntag, 15 Uhr). Beim FCN hängt der Haussegen schief. Die zwischenzeitliche sportliche Talfahrt hatte die Mannschaft von Trainer Bünyamin Kapakli zwar mit vier Punkten aus zwei Spielen beendet, am letzten Wochenende setzte es aber eine 1:5-Niederlage gegen GVO Oldenburg.
Noch mehr macht Kapakli aber die aus seiner Sicht zu hohe Erwartungshaltung im Nordenhamer Umfeld zu schaffen. Seit seinem Antritt im Sommer 2022 sei es mit einer jungen Mannschaft nur nach oben gegangen. „Und auch jetzt sind wir voll im Soll. Wir stehen immerhin auf einem Nichtabstiegsplatz“, sagt er.
Die versuchte Einflussnahme von Außen hat Co-Trainer Erkan Özcan in der vergangenen Woche dazu veranlasst, in der Winterpause sein Amt niederzulegen. Kapakli steht mit einigen potenziellen Nachfolgern in Gesprächen, spruchreif sei aber noch nichts.
Nun gelte es erst einmal, sich wieder auf das Sportliche zu konzentrieren, und da steht dem FCN ein dicker Brocken bevor. Wildeshausen hat noch kein Spiel verloren und geht eindeutig als Favorit ins Spiel. Deshalb will Kapakli aus einer sicheren Defensive heraus agieren lassen.
Dass das manchmal gar nicht so einfach ist, musste sein Team am vergangenen Wochenende schmerzhaft feststellen, als bei der Niederlage gegen GVO der erste Gegentreffer bereits nach wenigen Sekunden fiel. Damit war die ausgegebene Taktik über den Haufen geworfen.
„Wir müssen unsere dummen Fehler vor Gegentoren abstellen“, sagt Kapakli. Da mache es seine Mannschaft dem Gegner oft viel zu leicht, und er meine damit nicht nur das 0:1 gegen GVO. Personell gebe es noch einige Fragezeichen. Aber Kapakli stellt klar: „Wir werden eine Mannschaft haben, die um Punkte kämpfen wird und sich nicht abschlachten lassen will.“
