Oldenburg - Zuhören, lernen, gewinnen: In Dr. Hubertus Hess-Grunewald war ein prominentes Gesicht beim Neujahrsempfang der Fußballabteilung von TuS Eversten zu Gast. Der Präsident des SV Werder Bremen referierte vor etwa 40 geladenen Gästen in den Räumlichkeiten vom Gemeinde-Unfallversicherungsverband Oldenburg (GUV) über die Herausforderung des Ab- und Wiederaufstiegs des Bundesligisten und zeigte dabei auch auf, wie der grün-weiße Verein aus Oldenburg als Gesamtkonstrukt von dem aus Bremen lernen könnte.
Dr. Hubertus Hess-Grunewald (62) war seit 2014 in Doppelfunktion Präsident des Sportvereins Werder Bremen und Geschäftsführer der Kapitalgesellschaft mit ihrem Profisport. Nach einer Strukturreform, die im November 2022 auf der Mitgliederversammlung beschlossen wurde, ist der Fachanwalt für Arbeitsrecht seit Jahresbeginn nicht mehr Geschäftsführer, wird bald aber dafür Vorsitzender des Bremer Aufsichtsrats, dessen Mitglied er bereits von 1999 bis 2014 war.
Die Herausforderung
„Wir brauchen Sponsoren, weil wir festgestellt haben, dass wir im Schnitt zehn Prozent der Mitglieder und so auch Beitragseinnahmen verloren haben“, sagte Everstens Finanzverantwortlicher Dieter Hake, für den die Veranstaltung als „Auftakt“ dienen sollte, „unseren Sponsoren, Freunden und Förderern zu danken“. Gleichzeitig sei der Verein (etwa 1400 Mitglieder) mit der größten Fußballabteilung Oldenburgs (rund 800 Aktive in 43 Mannschaften) mittlerweile so groß, dass man auch wegen der Aufstiege der ersten Männermannschaft (Bezirksliga) und der A-Junioren (Landesliga) in der finanziellen Förderung „eine professionelle Struktur schaffen“ müsse, erklärte das langjährige TSE-Mitglied Michael May. Der GUV-Geschäftsführer ist seit 47 Jahren im Verein und hatte für seine „Herzensangelegenheit“ die Räumlichkeiten bereitgestellt.
Die Parallelen
Kurzweilig erzählte Hess-Grunewald von der sportlich wie finanziell schwierigen Zeit des SV Werder, der mit Abstieg und Zweitligajahr 2021/22 eine Talsohle erreicht hatte und sich zeitgleich mit Strukturreformen beschaffen musste. Der 62-Jährige zeigte auch, dass sich beide Vereine nicht nur in ihren Farben ähneln. „Werder wird in der Öffentlichkeit immer als der Profiverein wahrgenommen, aber man muss wissen, dass Werder auch ein gemeinnütziger Sportverein ist, wie Eversten“, erklärte der Präsident: „Insofern gibt es ähnliche Strukturen und parallele Herausforderungen in Bezug auf Vereinsleben, Organisation von Trainings- und Spielbetrieben und Rekrutierung von Ehrenamt.“
Die Zukunft
Die Marke
Damit sowohl der Stadtteilverein TuS Eversten als auch der große SV Werder Bremen ihre Breitensportsparte stützen können, komme es vor allem auf „Menschen, die sich engagieren und Sponsoren“ an, erklärte Hess-Grunewald und skizzierte das gegenseitige Geben und Nehmen im Breitensport-Sponsoring: „Gesellschaftliche Verantwortung und Präsenz zu zeigen, ist etwas, was der Marke des Unternehmens gut tut.“
