Heidmühle - Es war definitiv ein würdiges Saisonfinale, das die Bezirksliga-Fußballer des Heidmühler FC sich und ihren Fans am Sonntag beschert haben. In nüchternen Zahlen gesagt: Der HFC hat mit einem 5:0-Erfolg über den FC Rastede den 19. Saisonsieg gefeiert, Platz vier in der Tabelle stand schon vor dem letzten Spieltag fest. Der Spielverlauf hatte allerdings noch sehr viel mehr zu bieten, als nur triste Statistiken, denn die Rothemden hatten sich etwas Besonderes ausgedacht.
Ob die erste Halbzeit einfach nur Understatement war oder tatsächlich schwierig aus Heidmühler Sicht, sei mal dahingestellt, jedenfalls war es ein recht fader Kick im Klosterpark. Echte Chancen blieben Mangelware, stattdessen begegneten sich die Spieler oft auf eher ruppige Art. Besonders heiß auf einen letzten Dreier schien Lasse Patelt, der kurz vor der Pause Stirn an Stirn mit dem Rasteder Verteidiger Tim Chris Winzeck stand. Er kassierte Gelb und verdarb sich dadurch selbst den Spaß für Durchgang zwei. „In der ersten Halbzeit haben sie mich nicht so richtig ernst genommen, scheint mir, zumindest einige“, resümierte HFC-Trainer Nikolai Wegelin nach dem Spiel, er hatte ein aggressives Pressing gefordert. Nikolai wer? Richtig gelesen: Daniel Oleksyn saß an diesem Sonntag nicht auf der Bank - zumindest nicht als Trainer.
Die Aufklärung folgte, als die Kicker nach der Halbzeitpause aus der Kabine kamen. Für den zweiten Durchgang hatten die HFC-Kicker ihre Positionen ausgelost. So kam Johannes Wielspütz im schicken, lilafarbenen Torwartdress und einem zweifelnden Grinsen wieder auf den Platz, Keeper Lukas Gerdes positionierte sich auf dem rechten Flügel. Lasse Patelt musste draußen bleiben, für ihn kam Claas Roschke. Und das, was die Heidmühler in der ersten Halbzeit hatten vermissen lassen, zeigten sie jetzt. Mit viel Freude und Spielwitz spielten die Gastgeber Chancen heraus, die Faustinio Jaku und Justin Dombrovski (auf Vorlage von Lukas Gerdes) zur 2:0-Führung nutzten. Dann folgte ein ganzer Schwung Wechsel, und plötzlich stand auch Daniel Oleksyn als 6er auf dem Platz. Hinten auf dem Trikot stand Titz - aber das störte niemanden. Ein Elfmetertor von Martin Habben, Szenenapplaus für Austausch-Keeper Wielspütz und weitere Treffer durch Henrik Wendt und Steffen Lücht rundeten die gelungene zweite Spielhälfte ab. Spieler wie Zuschauer hatten spürbar Freude an diesem Saisonfinale - nur der FC Rastede und die doch zahlreich mitgereisten Fans erlebten einen gebrauchten Nachmittag. „Jonny“ Wielspütz hielt seinen Kasten übrigens sauber und denkt nun über den Kauf von Torwarthandschuhen nach.
