Hamburg/Schortens - 16.000 freiwillige Helfer sind eine gewaltige Hausnummer. Diese Anzahl an Ehrenamtlichen beteiligt sich am Volunteer-Programm rund um die Fußball-Europameisterschaft in Deutschland. 25 Einsatzbereiche gibt es an den zehn Spielorte. Einige Helfer betreuen die Fanzonen, andere erledigen Fahrdienste oder kümmern sich um die Akkreditierung der Journalisten.
Die Aufgaben sind vielfältig – auch für Leena Müller aus Schortens. Die 23-Jährige, die jetzt in Oldenburg wohnt, hat sich erfolgreich auf eine Teilnahme am Volunteer-Programm beworben. Sie wird in Hamburg eingesetzt und hilft dort an allen Spieltagen bei der Ticketkontrolle am Volksparkstadion. „Die Schichten beginnen immer viereinhalb Stunden vor Anpfiff. Wenn ein Spiel um 15 Uhr beginnt, bin ich also ab 10.30 Uhr im Einsatz“, erklärt Müller.
„Vollkontakt“ mit den Fans
An erster Stelle steht dabei die Einstellung auf das jeweilige Spiel. Welche Besonderheiten weisen die Fangruppen auf? Wann kommt der Fanmarsch am Stadion an? All das sind Dinge, über die alle sogenannten „Ticket-Check-Volunteers“ aufgeklärt werden. Nachdem die Eingänge verteilt sind, geht es auch direkt los. Und das bedeutet „Vollkontakt“ mit den Fans. Müller kann von tollen Eindrücken und stimmungsvollen Spieltagen berichten: „Am Tag meines ersten Einsatzes stand ich am Eingang, durch den die niederländischen Fans im Spiel gegen Polen ins Stadion gekommen sind. Die Stimmung war wirklich unbeschreiblich. Die Fans hatte alle sehr gute Laune und es hat mir sehr viel Spaß bereitet die Tickets zu kontrollieren“, erzählt die Schortenserin.
Teil einer großen Gemeinschaft
Auch die Kontakte mit Fans aus Albanien bleiben für sie in positiver Erinnerung. „Mit den anderen Volunteers komme ich sehr gut klar. Man kommt täglich ins Gespräch und tauscht sich über verschiedenste Dinge aus“, sagt Müller. Außerdem schätzt sie es, dass aufgrund der einheitlichen Uniform jeder wisse, wer dazugehört. „So haben mich auch schon mir unbekannte Volunteers im Zug angesprochen. Mir gefällt dieses Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein.“
Fast wäre es aber gar nicht zu einem EM-Einsatz gekommen. Nach ihrer Volunteer-Bewerbung erhielt die 23-Jährige zunächst die Rückmeldung, auf der Warteliste zu stehen. Erst Ende Mai bekam sie einen Anruf: Leena Müller durfte nachrücken. „Ich habe mich sehr gefreut, da ich schon immer gerne Teil eines großen Sportevents in Deutschland sein wollte“, blickt sie zurück. Sport spielt generell eine große Rolle in ihrem Leben. Neun Jahre lang Handball bei der HG Jever/Schortens und drei Jahre Basketball bei den Jade Giants in Wilhelmshaven stehen in ihrer sportlichen Vita. Jetzt hat die Schortenserin in Oldenburg wieder das Handballspielen begonnen.
Letzter Einsatz beim Viertelfinale
Bevor Leena Müller Anfang August in das Berufsleben als Erzieherin startet, steht noch ein letzter Einsatz bei der Europameisterschaft an. Das Viertelfinale am Freitag, 5. Juli, ist das letzte Spiel in Hamburg. Von den Spielen selbst bekommen die „Ticket-Check-Volunteers“ im übrigen einiges mit.
„Wenn unsere Schicht beendet ist, schauen wir das Spiel im Volunteer-Center auf der Großbildleinwand“, sagt Müller, die sich auch auf ihren letzten Einsatz freut: „Ich freue mich auf die positive Atmosphäre der Fans, der Volunteers und aller Beteiligten.“
