Jever - Es gibt Spiele, über die möchten Trainer und Mannschaft am liebsten sofort den Mantel des Schweigens legen. Das klingt bei einem 4:2-Sieg erst einmal merkwürdig, doch Lars Poedtke, Trainer des Fußball-Kreisligisten FSV Jever, war keinesfalls glücklich mit dem, was seine Mannschaft gegen den TuS Obenstrohe II ablieferte. Gegen eben jenes Team, das vor einigen Wochen noch sang- und klanglos gegen die SG Wangerland 0:9 untergegangen war, lagen die Kiebitze auf eigenem Platz zur Pause mit 1:2 zurück. „Das einzig Positive sind die drei Punkte, mehr fällt mir dazu auch nicht. Ich will mich ja auch nicht mehr aufregen“, sagte Lars Poedtke nach dem Schlusspfiff.

Er war sich sicher, dass sich schon vor dem Spiel das besagte 0:9 in den Köpfen seiner Spieler eingenistet hatte. Das Spiel? Ein Selbstläufer. Geringer Aufwand würde reichen. Und so sah es dann auf dem Feld auch aus. Unpräzise Pässe, kaum Laufbereitschaft ohne Ball, Unkonzentriertheiten am laufenden Band. Das begann bereits in siebten Minute, als sich Carsten Schütze im Mittelfeld einen katastrophalen Fehlpass leistete. Obenstrohes Soeren Janssen fackelte nicht lang und zog aus 40 Metern Entfernung auf das Tor der Jeveraner ab. Die Bogenlampe senkte sich über den überraschten und zu weit vor dem Tor postierten Thorben Kutscher ins Netz. Immerhin, Schütze machte seinen Fehler wieder gut und zirkelte den Ball nach einer feinen Einzelaktion aus gut 20 Metern ins Eck (20.). Kurz vor der Pause vertändelte Kapitän Thorben Remmers den Ball unbedrängt im eigene Strafraum. Obenstrohe bedankte sich per Abstauber zum 2:1.

Es braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, was sich die kommenden 15 Minuten in der Kabine der Jeveraner zugetragen haben mag. Doch es verfehlte seinen Zweck nicht. Zwar immer noch nicht auf einem hohen Leistungslevel angekommen, aber immerhin deutlich verbessert, versuchten die Kiebitze, den Schaden zu begrenzen. Drei Treffer gelangen ihnen noch. Maximilian Wehrmann traf nach Flanke des eingewechselten Dominik Oeltermann per Kopf (52.), Dominik Schwarzenberger erhöhte in der 63. Minute auf 3:2 und Oeltermann machte es noch einmal selbst, als er sich einen Ball erkämpfte und zum 4:2 traf (74.). Den Mantel des Schweigens wird Lars Poedtke gegenüber seiner Mannschaft allerdings nicht nutzen. „Über das Spiel werden auf jeden Fall noch reden. Das geht so nicht.“