Jever/Wangerland - Schon im Vorfeld war zu erwarten, das dieses Friesland-Derby in der Fußball-Kreisliga Jade-Weser-Hunte zwischen Aufsteiger FSV Jever und der SG Wangerland ein sehr intensives werden würde. Die circa 450 Zuschauer sind dann auch auf ihre Kosten gekommen. Die Wangerländer Gäste haben gleich losgelegt wie die Feuerwehr und in der fünften Spielminute erzielte Michel Hinrichs per Kopfball die SG-Führung.
Eine Szene in der zehnten Minute erhitzte dann die Gemüter, hauptsächlich die der Gäste. SG-Akteur Kevin Kötter bekam den roten Karton wegen Handspiels gezeigt. „Ein Unding und eine absolute Fehlentscheidung, die dieses Spiel in eine andere Richtung laufen ließ“, erzürnte sich Jan Schröter, Coach der Gäste. „Kevin hat den Ball mit Wucht ins Gesicht bekommen, seine Nase blutete heftig und der Schiedsrichter entscheidet auf Handspiel, geht gar nicht“, sagte Schröter und sah dann halt auch den verwandelten Handelfmeter zum 1:1 von Falko Weis. Im Nachschuss, nachdem SG-Schlussmann Tobias Reuß den ersten parierte.
In der 34.Minute gab es dann einen Foulelfmeter für die SG Wangerland, den Michel Hinrichs zur erneuten Führung verwandelte, ebenfalls im Nachschuss denn auch FSV-Keeper Thorben Kutscher konnte den ersten ebenfalls parieren. Mit dem 1:2 ging es schließlich auch in die Pause. „Wir waren in der ersten Hälfte gar nicht richtig auf dem Platz und konnten nicht an die Leistung aus dem Zetel-Spiel anknüpfen“, sagte Lutz Hagestedt vom FSV Jever. , Das beste an der ersten Hälfte waren die Zuschauer“.
Nach der Pause, FSV-Coach Lars Poedtke schien die richtigen Worte gefunden zu haben, waren die Gastgeber, die zudem durchgewechselt haben, um einiges besser in der Partie. Man habe in der ersten Hälfte nicht gesehen, das man in Überzahl agierte, nun aber war man drin, erspielte sich auch gute Chancen. Die nächste dicke Chance hatten jedoch die Wangerländer in der 72.Minute, wieder vom Elfmeterpunkt. Dieses Mal konnte FSV-Keeper Thorben Kutscher diesen halten, „ob wir bei einem 1:3 wiedergekommen wären, mag ich nicht zu sagen, es wäre aber sehr schwer geworden“, sagte Hagestedt. In der 78.Minute gab es noch eine Ampelkarte gegen Fremy Eilts von der SG (Foul/Hand) und diese doppelte Überzahl endete in der vierten Minute der Nachspielzeit mit dem Treffer zum 2:2 durch Johannes Mundt.
„Die zweite Hälfte lief bei uns um einiges besser. Wir hatten gute Möglichkeiten, wir haben spielerisch besser agiert und hätten gerne die drei Punkte gehabt, die möglich wären. Leider konnten wir unsere doppelte Überzahl nicht zu einem Sieg bringen, am Ende geht das 2:2 auch in Ordnung und wir können damit auch leben“, sagte Hagestedt.
Die Gäste können ebenfalls mit der Punkteteilung leben, vor allem wegen der Unterzahl. „Ich habe lange nicht so ein intensives und hitziges Derby gehabt, ich bin durch“, sagte SG-Coach Jan Schröter. „Wenn eine Mannschaft nach zehn Minuten schon in Unterzahl spielt, am Ende sogar zu neunt, aber trotzdem 80 Minuten die bessere Mannschaft ist, dann sagt das viel über die Moral der Mannschaft aus. Wir sind richtig stolz auf die Jungs und wir sind sicherlich der moralische Sieger. Jever hat in der zweiten Hälfte schon mehr Schwung gehabt und war auch gut im Spiel, wir haben aber trotz Unterzahl das Spiel bestimmt. Wir können wahrscheinlich etwas besser mit dem Remis leben als die Gastgeber“.
