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Fußball im Kreis Cloppenburg Spieler tritt Tür zur Schiedsrichter-Kabine auf

Über die Bezahlung des entstandenen Sachschadens befinden sich der SV Harkebrügge und der SV Peheim schon im Austausch.

Über die Bezahlung des entstandenen Sachschadens befinden sich der SV Harkebrügge und der SV Peheim schon im Austausch.

Privat

Peheim/Harkebrügge - Die Tür hatte den 16-jährigen Schiedsrichter-Assistenten knapp verfehlt, dennoch saß der Schock bei dem Teenager am Freitagabend tief. Ein Spieler des Fußball-Kreisligisten SV Harkebrügge hatte nach der 2:3-Niederlage seines Teams beim SV Peheim wutentbrannt die Tür zur Schiedsrichterkabine aufgetreten. Da diese nach innen aufgeht und sich alle drei Mitglieder des Gespanns in der kleinen Kabine in Türnähe aufhielten, hätte die Aktion durchaus böse Folgen haben können. Wie hart der Tritt gewesen sein muss, lassen die Schäden am Schließblech und der Türzarge erahnen. Eine Verletzung der Personen im Raum sei billigend in Kauf genommen worden, sagte Schiedsrichter Michael Abeln (SV Strücklingen). „Passiert nicht schnell ein Umdenken in den Vereinen, so ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch im Kreis Cloppenburg der erste Schiedsrichter ins Krankenhaus geprügelt wird.“ Der Vorsitzende des SV Harkebrügge, Hubertus Ideler, hatte tags darauf bei Abeln angerufen und sich erkundigt, wie es dem Assistenten gehe. Auch er macht klar: „Was da passiert ist, ist ein absolutes ,No-Go’. Das geht gar nicht und muss bestraft werden. Ich kann nur im Namen des Vereins um Entschuldigung bitten. Dass der junge Assistent schockiert war, kann ich absolut nachvollziehen.“

Vorwurf an Verein

Abeln spricht zwar in Bezug auf den Spieler, der die Tür aufgetreten hatte und auf den jetzt ein sportgerichtliches Verfahren zukommen dürfte, von einer „offensichtlich sehr geringen Hemmschwelle, seine Aggressionen an anderen Personen auszulassen“, sieht das Problem aber durchaus tiefer sitzen. Der 33-jährige Bauingenieur, der bereits seit 17 Jahren für den SV Strücklingen als Schiedsrichter aktiv ist, hat das Problem bei den Vereinen selbst ausgemacht. So habe es aus einer Gruppe von zehn bis 15 Anhängern des kleinen HSV, in der auch Vereinsoffizielle und Vorstandsmitglieder gewesen seien, Pöbeleien gegeben. Diese Stimmung habe sich auf die Spieler übertragen und dazu beigetragen, dass sich der Frust „dann bei uns Schiedsrichtern entladen hat“, so Abeln. „Hätten die Vereinsverantwortlichen hier frühzeitig reagiert und hätte man die eigenen Vereinsmitglieder beruhigt, wäre das Spiel ruhiger gewesen und wäre nicht derart eskaliert.“          

Teammanager bezieht Stellung

Werner Schulte, Teammanager des SV Harkebrügge, sagte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass von den Vorstandsmitgliedern und Mannschaftsoffiziellen niemand gepöbelt habe. „Das hätte ich mitbekommen. Wir können nun natürlich nicht auf jeden Zuschauer aufpassen, da wird der eine oder andere sicher auch mal eine Schiedsrichter-Entscheidung angezweifelt haben. Aber wenn ein Zuschauer tatsächlich ausfällig wird, hat der Schiedsrichter ja die Autorität, diesen des Sportgeländes zu verweisen.“

Doch Abeln fühlte sich in dieser Situation nicht genug unterstützt: „Es waren – wie bei fast allen Kreisligaspielen – keine Ordner vorhanden“, sagt Abeln. Er vermisse Courage auf allen Seiten.

Macht sich Sorgen um die Schiedsrichter im Kreis Cloppenburg: Michael Abeln Bild: Privat

Macht sich Sorgen um die Schiedsrichter im Kreis Cloppenburg: Michael Abeln Bild: Privat

Dazu, dass Schiedsrichter demnächst selbst großen Mut beweisen müssen, um sich überhaupt erst mal zu überwinden, ein Spiel zu leiten, soll es natürlich nicht kommen. Da sind sich alle einig.

Steffen Szepanski
Steffen Szepanski Redaktion Münsterland (Lokalsport)
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