Wilhelmshaven - Rund 1100 Zuschauer, neun gelbe Karten, ein Platzverweis - aber nur ein Tor. Das Derby in der 3. Runde des Fußball-Bezirkspokals zwischen dem WSC Frisia und dem SV Wilhelmshaven
hielt über weite Strecken das, was es versprach. Am Ende reichte den klassenhöheren und leicht favorisierten „Gästen“ ein Tor von Francis Agombire in der 8. Minute zum Einzug in die 4. Pokalrunde.
„Wir haben über weite Strecken ein ganz starkes Spiel gemacht“, freute sich SVW-Trainer Florian Schmidt über den letztlich verdienten Derbysieg der Rüstersieler. „Aber wir müssen uns erneut den Vorwurf machen, dass wir das Spiel nicht eher zugemacht haben. Daran müssen wir weiter arbeiten.“
Mit der frühen Führung im Rücken war der Landesligist im Duell zweier Tabellenführer die klar bessere Mannschaft und hätte zur Pause durchaus auch 3:0 oder 4:0 führen können - wenn nicht sogar müssen. Das erkannte auch Frisia-Coach Benjamin Blasczyk an: „Wir konnten froh sein, nur das eine Tor kassiert zu haben. In der ersten 45 Minuten waren wir nicht wirklich auf dem Platz.“
Während der SVW zur Mitte der englischen Woche kontrolliert rotierte, hielt die Frisia-Aufstellung gleich zwei Überraschungen parat: Weil Ex-Werder-Keeper Felix Wiedwald verletzt absagen musste, stand Deik Oetjen zwischen den Pfosten. Und mit Neuzugang Lennart Siebrecht zogen Blasczyk & Co. pünktlich zum Pokal-Derby noch einen ehemaligen Rüstersieler aus dem Hut.
Siebrecht hatte durchaus seinen Anteil daran, dass die Partie in Hälfte zwei deutlich ausgeglichener war. Der SVW hatte zwar weiter Chancen, traf aber nicht und so spitzte sich die Partie von Minute zu Minute mehr zu. Auch in Sachen Härte.
Mehrfach zückte Schiedsrichter Manuel Kramer den gelben Karton, nach einem Foul sah der Frisianer Pascal Buchheim nach gut einer Stunde sogar Rot. „Trotzdem haben wir uns nicht aufgegeben und hätten den SVW eigentlich für den Chancenwucher bestrafen müssen“, fand Blasczyk. Da seine Schützlinge die Bälle aber immer wieder viel zu zentral aufs SVW-Gehäuse brachten, ging der knappe 1:0-Sieg der Gäste am Ende in Ordnung.
In der Bewertung waren sich beide Trainer nach dem Abpfiff einig: Ein intensiver Pokalfight, trotz der zahlreichen Karten aber keineswegs unfair.
WSC: Oetjen - Abraham (35. Behrens), Müller, El-Ali (46. F. Janßen), Kushnir (81. Sander), Sorg (46. Siebrecht), Buchheim, Buzi, Vollers, Bastürk, Temin
SVW: Kemna - Roschlaub, Goguadze (75. Ramadani), Pekic, Wego (94. Michael), Rister (90. Gruda), Agombire, Speer (69. Tasyer), Weickert, Horn (55. Allamushi), Mairiga
Tor: 0:1 Agombire (8.)
Bes. Vorkommnis: Rote Karte Buchheim (Frisia /60.) wg. Foulspiels
