Middels - Tobias Ryl verkneift sich in der Regel sämtliche Kommentare über Schiedsrichterleistungen im Fußball. Als erfahrener Coach, der auch als DFB-Stützpunkttrainer in Jever die Talentförderung betreibt, weiß der Coach des TuS Middels sich diplomatisch auszudrücken. Doch nach dem Heimspiel seiner Mannschaft gegen den TV Bunde hatte auch er Mühe, seine Emotionen unter Kontrolle zu behalten.
Grund war nicht nur eine turbulente Schlussphase ab der 80. Minute, in der Schiedsrichter Kristian van Vügt einmal Rot (gegen Middels) und sechsmal Gelb (viermal gegen Middels) zückte. Auch, dass der Unparteiische sehr konsequent gegen die Spieler des TuS pfiff und Nickligkeiten und Tätlichkeiten der Bunder einigermaßen generös nach Ansicht des Middelser Trainers übersah, sorgte nicht gerade für Verständnis. „Ihm ist das Spiel einfach entglitten“, sagte Ryl nach der Partie, die der TuS erst in der achten Minute der Nachspielzeit nach einem Treffer von Daniel Hoppen mit 1:2 verlor. Lediglich sechs Minuten Nachspielzeit hatte van Vügt zuvor angezeigt. Warum der Unparteiische die Begegnung künstlich noch weiter verlängerte, blieb Ryl ein Rätsel. Ein Spiel mit Geschmäckle, waren sich nicht nur Zuschauer und Unterstützer mit gelb-schwarzer Vereinsbrille sicher.
Dabei hatten die Middelser stark begonnen. „Wir sind gut in die Partie gekommen, spielen einen guten Ball, wollten den Bock nach der Negativ-Serie umstoßen“, sagt Ryl, der die Leistung der Bunder keinesfalls schmälern wollte. „Die haben auch stark gespielt“ erklärte der TuS-Trainer. Dennoch ging seine Elf dank eines Treffers von Glen Sokoli in der 32. Minute mit 1:0 verdient in Führung. Auch die zweite Spielhälfte begann ganz nach den Vorstellungen des Middelser Trainers – bis der Unparteiische mit seinen Entscheidungen die Richtung der Partie änderte.
Die Unruhe, die der Schiedsrichter damit in die Mannschaft des TuS Middels brachte, schaffte Ryl nicht mehr zu kanalisieren. „Da haben wir heute viel Lehrgeld bezahlt“, musste der Trainer nach dem Spiel einräumen. Denn auch er nahm seine Spieler nicht gänzlich aus der Verantwortung. „Wir müssen da drüber stehen, schließlich können wir dem Schiedsrichter nicht unsere Meinung aufzwingen.“ Zehn Tage Pause haben die Middelser nun, um den Fokus wieder geradezurücken. Die lange Unterbrechung kommt Tobias Ryl allerdings nicht gelegen. „Wir haben jetzt zehn Tage lang nicht die Möglichkeit, das wieder gerade zu rücken“, sagt er. „Wir müssen jetzt das Positive weiter fördern. Die Einstellung stimmt genauso wie die Trainingsbeteiligung.“ Am 1. Oktober muss er mit seiner Mannschaft beim SV Wallinghausen antreten. „Und da wird es auf dem kleinen Platz auch nicht leicht.“
