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Fußball-Oberliga Klütz macht qualitative Unterschiede aus

Bodo Tarow
CLOPPENBURG - Eine solche Breitseite abbekommen hat Fußball-Oberligist BV Cloppenburg schon lange nicht mehr. Das in dieser Deutlichkeit überraschende 1:4-Heimdesaster am Freitagabend im Topspiel gegen den alten und neuen Spitzenreiter Goslarer SC (die

NWZ

  berichtete) deckte die Unzulänglichkeiten der Elf von Trainer Jörg-Uwe Klütz im Spiel nach vorne und in der Rückwärtsbewegung schonungslos auf. Klar wurde zudem, dass die Qualifikation für die Regionalliga härter als hinlänglich erwartet werden dürfte.

Während die Gäste trotz mehrstündiger Busfahrt in den Knochen von Beginn an hellwach und selbstbewusst agierten, schienen die BVC-Spieler noch ihr Aufwärmprogramm zu absolvieren. Umso überraschender erklärte Klütz, dass „wir Pressing spielen wollten“. Bei seinen Kickern war er damit aber auf taube Ohren gestoßen. „So etwas klappt nur, wenn alle Spieler mitmachen und nicht nur einige wenige“, grollte der BVC-Coach. Nur einige wenige wie Jonas Wangler, der nicht von ungefähr nach 54 Minuten den Hoffnung schürenden Ausgleich markierte, erreichten ansatzweise Normalform. Doch passend zum BVC-Auftritt patzte ausgerechnet Wangler vor dem entscheidenden 1:2 (70.).

Zuvor war Gästetrainer Manfred Wölpper „das Blut aus den Poren geschossen“. Denn er musste mitansehen, wie der BVC in seiner stärksten Phase an der Wende arbeitete. In der Tat erwies sich Goslar als verwundbar, als endlich früh und aggressiv attackiert wurde.

Als „Knackpunkt“ der Partie stufte Klütz ein, dass Kevin Nennhuber Sekunden nach dem 1:1 die Ampelkarte gesehen hatte. „Ich habe die Szene anders gesehen“, kritisierte er Schiedsrichter Christian Hoyer (Bremen). „Sonst hätten wir garantiert einen Punkt behalten.“

Da Klütz auf der Bank keinen adäquaten Nennhuber-Ersatz ausmachte, ließ er den früh verwarnten Ex-Emder auf dem Platz. Wie sich herausstellen sollte, war das Risiko zu groß. „Wenn ich sehe, aus welchen Ligen Goslars Spieler kommen und wen sie noch auf der Bank haben, ist das schon eine andere Qualität“, erkannte Klütz einen gravierenden Unterschied zwischen beiden Mannschaften.

Kritik am System mit Rogier Krohne als einziger echter Spitze ließ Klütz derweil nicht zu. „Auch mit einer nominellen Spitze kann man durchaus offensiv spielen. Das ist alles nur eine Frage des Umsetzens auf dem Platz.“

Zum Glück für den BVC sind aber nicht alle Gegner von Goslars Kaliber. Da den BVC-Spielern das freie Wochenende gestrichen wurde, durften am Sonnabend zudem bereits banale Übungen wie Einwürfe, Ecken und Freistöße geübt werden.

BV Cloppenburg - Goslarer SC 1:4 (0:1)

BV Cloppenburg:

Tilling (4,0) - Baal (4,5), Willen (3,0), Nennhuber (4,5), Vaughan (5,0) - Westerveld (5,0), Niemeyer (4,0, 77. Assinouko), Thomes (4,0) - Kosenkow (5,0), Wangler (4,0) - Krohne (4,5).

Tore:

0:1 Eilers (6.), 1:1 Wangler (54.), 1:2 Eilers (70.), 1:3 Eilers (75.), 1:4 Behrens (81.).

Ecken:

5:3.

Chancen:

5:9.

Fazit:

Völlig unerklärlicherweise „fand der BVC in den ersten 30 Minuten nicht statt“. Goslar trumpfte entschlossen, ballsicher und ausgebufft auf. Kurz nach der Pause zeigte der BVC Herz, und nach dem frühen 1:1 (54.) wackelten die Gäste. Selbst, nachdem Kevin Nennhuber (55.) die Ampelkarte gesehen hatte, hätte Daniel Vaughan den BVC noch in Führung bringen können (61.). Aber dann bestraften die Gäste die folgenden BVC-Schnitzer.

Spieler des Spiels:

Justin Eilers - Goslars Stürmer war nicht zu kontrollieren, stahl sich immer wieder weg und bewies im Abschluss Kaltschnäuzigkeit.

Schiedsrichter:

Christian Hoyer (Bremen) - leistete sich zahlreiche Fehler bei Einwurf- und Eckball-Entscheidungen. Umstritten war die Gelb-Rote Karte, die er Kevin Nennhuber (55.) für ein Allerweltsfoul zeigte.

Zuschauer:

665.

Nächstes Spiel:

Sonntag, 14 Uhr, beim SC Langenhagen.
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