Oldenburg - Offensiv zu wenig Entschlossenheit, defensiv zwei Fehler zu viel: Die Fußballer des VfL Oldenburg haben am Sonntagnachmittag bei Germania Egestorf-Langreder 0:2 verloren und es damit verpasst, sich wieder in Schlagdistanz zu Aufstiegsrelegationsrang zwei zu bringen. Das Team von Patrick Degen (jetzt 14 Spiele/20 Punkte) ist weiterhin Tabellenneunter.
Oldenburg - Fußball-Oberligist VfL will an diesem Sonntag gegen den Rotenburger SV (15 Uhr, Hans-Prull-Stadion) wieder in die Erfolgsspur zurückkehren. Die Oldenburger haben zuletzt ihre beiden Auswärtsspiele bei den Regionalliga-Absteigern Kickers Emden (0:2) und Atlas Delmenhorst (1:4) verloren.
Vor allem die Niederlage in Delmenhorst war schmerzhaft, weil sie völlig unnötig war. Der VfL dominierte die erste Halbzeit und führte zur Pause auch verdient 1:0. Allerdings vergab der VfL in den ersten 45 Minuten auch zahlreiche Tormöglichkeiten und verschenkte so letztendlich drei Punkte.
Lange Videoanalyse
„Wir haben mit der Mannschaft in dieser Woche eine lange Videoanalyse gemacht. Dabei haben wir auch die Fehlerketten angesprochen, die zu den Gegentoren geführt haben“, erklärt VfL-Trainer Patrick Degen: „Es ging aber nicht nur um diese Fehler, sondern auch um einige allgemeine Angelegenheiten. Und dann haben wir in dieser Woche auf dem Trainingsplatz daran gearbeitet, diese Fehler zu vermeiden und andere Dinge zu verbessern.“
Spielerisch kann der VfL mit jeder Mannschaft der Liga mithalten, in zwei Bereichen zeigt die junge Mannschaft aber Defizite. Auf der einen Seite ist es die mangelhafte Chancenverwertung, auf der anderen eine gewisse Abwehrschwäche bei gegnerischen Standards. So kassierte der VfL auch in Delmenhorst die beiden ersten Gegentreffer nach Standards der Gastgeber. „Das waren Fehler, die nicht passieren dürfen. Da müssen wir einfach wacher sein“, fordert Degen.
Am Sonntag dürfte der gegen Atlas wegen seiner Gelbsperre fehlende Noah Koch wieder in die Startelf rücken. Dafür wird Mathias Comes aus Gründen der Belastungssteuerung aussetzen, seinen Platz in der Viererkette könnte Philip Onnen einnehmen. Ivan Strelnyk ist auch wieder einsatzbereit, dafür ist der Einsatz von Carsten Abbes fraglich.
RSV lauert auf Konter
Gegen Rotenburg dürfte die Chancenverwertung in den Vordergrund rücken. Der RSV steht bei Auswärtsspielen meist sehr kompakt, überlässt dem Gegner die Spielgestaltung und lauert auf Konter. So kam der RSV auch zu einem überraschenden 1:1 bei ULM Wolfsburg.
In der vergangenen Saison hatte Rotenburg trotz sieben Absteigern aus der Oberliga die Klasse souverän gehalten. Für diesen Erfolg musste der RSV aber einen hohen Preis bezahlen. In Tom Kanowski (SSV Jeddeloh), Joel Schallschmidt, Marlo Siech (beide Atlas), Jeroen Gies und Oliver Warnke (beide Heeslinger SC) verloren die Rotenburger fünf Leistungsträger.
„Es war eigentlich ein ausgeglichenes Spiel ohne große Tormöglichkeiten. Der Gegner hat aber unsere Fehler bestraft“, bilanzierte Degen nach dem Duell mit dem Rivalen aus dem Raum Hannover (13/23), der in der engen vorderen Tabellenhälfte jetzt hinter BSV Rehden (14/26), SSV Vorsfelde (13/24) und Kickers Emden (12/23) auf Position fünf liegt. Nur Primus TuS Bersenbrück (14/30) ist etwas enteilt.
Der VfL war in Barsinghausen gut gestartet und in Hälfte eins auch leicht überlegen. Mehr als Halbchancen sprangen aber nicht heraus. Nach Wiederbeginn wurde Egestorf-Langreder stärker, strahlte aber auch nicht wirklich Torgefahr aus.
Die beste Möglichkeit des VfL nach der Pause hatte Marcel Rassmann. Bei seinem Distanzschuss wurde der Ball aber noch abgefälscht. Die folgende Ecke wurde zur Basis für das 1:0 der Gastgeber. Germania-Keeper Ole Schöttelndreier fing den Ball und warf ihn schnell zu Emmanuel Ugoala. Dessen Sololauf auf der linken Außenbahn stoppte die Gästeverteidigung kurz vor dem eigenen Strafraum, doch ein Oldenburger verlor den Ball sofort wieder. Es folgte ein Steckpass durch die Abwehrkette zu Mittelstürmer Jos Homeier, der Torwart Jannik Schoon mit einem platzierten Schuss aus 14 Metern keine Chance ließ (59. Minute).
Auch dem 2:0 der Gastgeber ging ein Abwehrfehler voraus. Der VfL bekam den Ball nicht aus dem Strafraum, ehe Nico Berg einen Gegenspieler ausspielte und den Ball links unten im Tor versenkte (78.). Die Degen-Elf bemühte sich zwar um Ergebniskorrektur, doch der Offensive mangelte es ganz einfach an Durchschlagskraft. Lediglich ein abgeblockter Rassmann-Schuss hätte noch für Spannung sorgen können. „Nach vorn fehlte uns ganz einfach die Entschlossenheit, um mal einen Gegenspieler auszuspielen oder ein Tor wirklich schießen zu wollen“, monierte Degen.
VfL: Schoon - Thiele, Pepshi, Friedrichs, Onnen - Gooßmann, Koch (72. Comes) - Rassmann (62. Kujabi), Remmou, Brinkmann - Niehues.
