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Fußball-Regionalliga Kickers Emden startet unter anderen Voraussetzungen in die Saison als vor zwei Jahren

Zwischen ihnen herrscht zurzeit ein großes Vertrauen: Henning Rießelmann, strategischer Partner von Kickers Emden und Cheftrainer Stefan Emmerling.

Zwischen ihnen herrscht zurzeit ein großes Vertrauen: Henning Rießelmann, strategischer Partner von Kickers Emden und Cheftrainer Stefan Emmerling.

Marie Kalski

Emden - Die starke Oberliga-Saison von Kickers Emden hat auch beim Trainer Stefan Emmerling positive Spuren hinterlassen. „Mit dieser Mannschaft und mit Henning ist noch viel mehr möglich“, sagt er. Vor allem aber sieht er seine Mannschaft in der kommenden Saison viel konkurrenzfähiger als noch in der Regionalliga-Spielzeit 2022/2023.

Rückblick: Im Aufstiegsspiel gegen Concordia Hamburg am 1. Juni 2022 war es einmal mehr Top-Torjäger Tido Steffens, der mit seinem Doppelpack die Wende brachte und Kickers Emden beim 3:1-Sieg den Aufstieg bescherte. Der Jubel war riesig, die Euphorie bei den Spielern und Verantwortlichen sowie beim Kickers-Anhang noch größer. Doch schnell kam die Katerstimmung. „Wir sind dann in der Regionalliga hart auf den Boden der Tatsachen gelandet.“

Sang- und klanglos

Es war der Kader – „wir hatten wenige Spieler mit Regionalliga-Erfahrung“ – und die kurze Pause von nur zehn Tagen sowie die kurze Vorbereitung und letztlich dann auch ein äußerst schweres Auftaktprogramm: Das alles machte dem Emder Traditionsverein einen Strich durch die Rechnung. Kickers Emden verabschiedete sich nach nur einer Saison sang- und klanglos aus der Regionalliga. Und dem Verein drückten Schulden. Dazu kam, dass Emmerling im Sommer 2023 im Grunde keine Mannschaft mehr hatte, die in der Oberliga bestehen könnte. Viele Spieler wollten den Verein verlassen.

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Carmen Böhling
Emden

In der Regionalliga-Saison hatte Emmerling allerdings viel Kontakt zu Henning Rießelmann. Die beiden Trainer verstanden sich auch außerhalb des Wettkampfes gut. Und der selbsternannte Fußball-Romantiker Rießelmann suchte nach seinem Weggang von Blau-Weiß Lohne sozusagen eine neue Aufgabe. In Kickers sah er als strategischer Partner viel Potenzial, ein Verein mit Tradition und Namen in der Fußballwelt, der entwickelt werden könnte, um langfristig wieder in der 3. Liga zu spielen.

Beeindruckende Serie

Was folgte, war eine spektakuläre Oberliga-Saison. Durch die Verpflichtung vieler guter Spieler mit teilweise Regionalliga- und Drittliga-Erfahrung brauchte Kickers Emden zwar ein paar Spiele, um sich zu finden. „Der Auslöser war das verlorene Pokalspiel bei Atlas Delmenhorst, danach haben wir uns zusammengesetzt und uns gefragt, was wir wollen“, erklärt Emmerling. Danach gab es eine beeindruckende Siegesserie, die vorzeitige Meisterschaft in der Oberliga und die Rückkehr in die Regionalliga.

Zwischen Emmerling und Rießelmann stimmt die Chemie, den Austausch untereinander nennt Emmerling super. „Aber auch innerhalb des ganzen Teams bin ich wirklich froh, solche Top-Leute an meiner Seite zu haben“, sagt der BSV-Trainer. Auch in der Kaderplanung hat Emmerling viel Lob für Rießelmann. „Henning hat ein gutes Gespür dafür, welche Spieler er holt.“ So war es eine gute Wahl, dass viele Neuzugänge befreundet sind. Die wiederum loben die gesamte Mannschaft in den höchsten Tönen und betonen, dass auch außerhalb des Platzes viel miteinander unternommen wird.

Viel mehr möglich

Emmerling ist der Meinung, dass jetzt viel mehr möglich ist. „Henning kam mit einer unglaublichen Expertise und das hat der Verein gebraucht.“ Seit dem Einstieg von Rießelmann ist viel passiert. Nicht nur das Fußballspiel soll zu einem Erlebnis im Ostfriesland-Stadion werden, sondern auch das ganze drumherum, so das Credo des strategischen Partners. Die sehr guten Zuschauerzahlen spiegeln das wider.

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Hauke Richters Lars Puchler
Jeddeloh

Jetzt muss sich Kickers Emden gut auf die neue Saison in der Regionalliga vorbereiten. „Wir haben auf jeden Fall dazugelernt, jetzt allerdings auch fast ein komplett anderes Team.“ Emmerling hofft darauf, dass die Spiele gegen Meppen, Lübeck und Oldenburg die Fans noch mehr elektrisieren werden. „Und ich hätte es nie für möglich gehalten, dass wir mit einer Anstoßzeit von 18 Uhr den Geschmack der Fans treffen.“ Hat Kickers aber anscheinend.

Ziel ist es für den Trainer, sich in der Regionalliga schnell zu etablieren. „Wir wissen, was uns erwartet und brauchen dazu viel Qualität.“ Und einen großen Wunsch neben dem schnellstmöglichen Klassenerhalt hat Emmerling auch. „Heimspiel am Freitagabend gegen Meppen, das wäre ein Traum.“

Die Bagger rollen: Pünktlich nach dem letzten Saisonspiel gehen die Arbeiten zur Sanierung des A-Platzes von Kickers Emden los.

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Emden
Dirk de Vries
Dirk de Vries Emder Zeitung
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