Jeddeloh - Einmal richtig durchschnaufen konnten die Regionalliga-Fußballer des SSV Jeddeloh vor ihrer nächsten Heimpartie an diesem Samstag. Nach zwei englischen Wochen in Serie konnten sich die Ammerländer wieder mit mehr Ruhe auf das Duell mit dem FC Eintracht Norderstedt vorbereiten. Angepfiffen wird die Partie in der 53acht-Arena um 16 Uhr.
Durchschnaufen ja, abschalten nein – so lautete das Motto von Trainer Key Riebau in dieser Trainingswoche. Nach dem Regenerationstraining am Montag bekam die Mannschaft nach vier Spielen in elf Tagen erst einmal zwei Tage frei. „Den Montag haben wir noch einmal genutzt, um über das Spiel in Hamburg zu sprechen. 4:1 zu verlieren, klingt natürlich scheiße, aber mit dem Vorwissen der vielen Spiele vorher können wir das richtig einordnen und einschätzen“, sagt Riebau.
Ab Donnerstag galt der Fokus dann dem nächsten Gegner. Mit Eintracht Norderstedt kommt direkt der nächste Tabellennachbar ins Ammerland. Zuletzt kassierten die Hamburger sieben Pleiten am Stück, alle fünf Partien im Jahr 2024 gingen verloren. Richten soll es nun Jean-Pierre Richter, der das Team am Montag als neuer Trainer übernahm. Max Krause rückt wieder zurück auf den Co-Trainer-Posten. „Aufgrund der vielen Veränderungen bei Norderstedt tun wir gut daran, in dieser Woche nur auf uns zu schauen. Wir können nicht genau sagen, wie Richter spielen lässt. Daher ist es wichtiger, wenn wir uns überlegen, was wir in eigenem Ballbesitz machen werden und wo wir die Ballgewinne erzwingen wollen“, sagt Riebau, der auch die Partie gegen die Hamburger zu einem Endspiel ausruft: „Damit sind wir gegen Spelle, Lohne und Weiche Flensburg gut gefahren. Diese Emotionen reinzubringen, hat uns gut getan.“
Ein bisschen weniger Emotionalität würde sich Riebau jedoch wünschen, wenn seine Spieler in die Zweikämpfe gehen. Generell haben die Jeddeloher – auch in dieser Saison wieder – ein Problem mit häufigen Sperren. In der Fairness-Wertung belegt der SSV den vorletzten Platz mit einem Quotienten von 4.22. Nur der Bremer SV liegt mit 5.14 dahinter. Angeführt wird diese Wertung vom FC St. Pauli II mit einem Wert von 2.16. So belegen die Jeddeloher mit 74 Gelben Karten den Höchstwert aller Teams (doppelt so viele wie St. Pauli II), sie sahen vier Gelb-Rote Karten (Höchstwert mit Weiche, Oldenburg, Kilia Kiel und dem Bremer SV) und eine glatte Rote Karte.
„Das kommt bei uns intern auf den Tisch. Es ist ja nicht so, dass wir unfair oder überhart agieren. Deshalb ist es doppelt ärgerlich, dass wir uns durch solche Aktionen selbst schaden“, sagt Riebau. So hatte ihn auch die Gelb-Rote Karte gegen Schaffer in Hamburg beim Rückstand von 1:4 in der 86. Minute massiv geärgert. Im Anschluss an ein Foul und die anschließende Diskussion mit dem Schiedsrichter hatte der SSV-Kapitän innerhalb von einer Minute die Gelb-Rote Karte gesehen. „Das darf ihm als Kapitän nicht passieren, das weiß Basti selbst. Die Energie, die wir auf solche Diskussionen verschwenden, können wir lieber auf den Platz bringen“, fordert Riebau.
