Jeddeloh/Spelle - Mit einer abgeklärten Leistung haben die Regionalliga-Fußballer des SSV Jeddeloh das dritte Spiel in Serie gewonnen. Am Mittwochabend setzten sich die Ammerländer im Nachholspiel beim Tabellenletzten, dem SC Spelle-Venhaus, vor 346 Zuschauern mit 3:1 (1:0) durch.
„Nach so vielen Umstellungen haben wir vom Trainerteam Hochachtung vor der Leistung der Jungs heute. Einige beißen gerade das dritte Spiel in Folge auf die Zähne. Aber jeder hat voll durchgezogen und das ist das, was uns gerade so stark macht“, sagte SSV-Trainer Key Riebau: „Wir haben vor dem Lohne-Spiel drei Endspiel ausgerufen, haben jetzt dreimal gewonnen und das, was gefordert war, mehr als nur umgesetzt.“
Fünf Wechsel nötig
Im Vergleich zum 3:1-Erfolg gegen den SC Weiche Flensburg am Samstag musste Riebau gleich fünfmal wechseln. Für die gesperrten Konstantin Engel (fünfte Gelbe Karte), Marcel Gottschling (zehnte Gelbe Karte) und Kasra Ghawilu (Gelb-Rote Karte) rückten Robin Krolikowski, Alex Chiarodia und Simon Brinkmann und in die Startformation. Felix Bohe kehrte ins Tor zurück, der gelernte Innenverteidiger Pierre Becken übernahm erneut die Rolle des Mittelstürmers für den verletzten Dennis Lerche.
Auch in ungewohnter Formation hatten die Ammerländer keine Probleme mit dem Schlusslicht. Die Jeddeloher hatten viel mehr Ballbesitz, die bessere Zweikampfführung und auch die besseren Gelegenheiten. Spelle stand meist sehr tief und agierte mit langen Bällen, die die SSV-Defensive nie in Gefahr bringen konnten. So musste Torhüter Bohe im ersten Durchgang nur bei einer Ecke (35. Minute) aktiv werden, war aber sonst komplett beschäftigungslos.
Die zweite englische Woche in Folge endet für die Fußballer des SSV Jeddeloh an diesem Sonntag mit einem Auswärtsspiel beim Hamburger SV II.
Ausgetragen wird die Partie um 13 Uhr im Sportpark Eimsbüttel (Hagenbeckstraße). In der Tabelle stehen die Hamburger vier Punkte vor Jeddeloh, weil auch sie am Mittwochabend ihr Nachholspiel gegen den FC Eintracht Norderstedt mit 3:0 gewinnen konnten.
Das Hinspiel konnten die Jeddeloher mit 2:0 für sich entscheiden. Mitte September trafen Tim Janßen und Niklas von Aschwege für die Ammerländer.
Offensiv bewahrten die Jeddeloher die Geduld und näherten sich dem Tor an. Nach drei Minuten rauschten zwei SSV-Spieler an einer Flanke vorbei, in der 21. Minute parierte Spelles Torhüter Bernd Lichtenstein einen Kopfball von Brinkmann. Kurz darauf schoss Becken über das Tor. Die Führung fiel bei ruhendem Ball. Krolikowski verwandelte einen Eckball direkt, Lichtenstein kam im Luft-Zweikampf nicht an Chiarodia vorbei (28.). „Wir wussten, dass wir Spelle körperlich überlegen sein würden und haben diese Eckenvarianten mit vielen Personen am ersten Pfosten explizit vor dem Spiel trainiert“, verriet Riebau.
Kurz vor der Pause hätten die Jeddeloher sogar noch das 2:0 nachlegen müssen. Brinkmann eroberte den Ball im Speller Spielaufbau, legte quer auf Becken. Doch der „Aushilfsstürmer“ schoss freistehend aus zehn Metern über das Tor.
Der zweite Treffer ließ im zweiten Durchgang aber nicht lange auf sich warten. Bei der ersten Aktion entschied Schiedsrichter Jannik Weinkauf nach einem Speller Ballverlust auf Foulelfmeter, Leon-Michel Hahn verwandelte sicher. Mit zunehmender Spielzeit merkte man den Jeddelohern die drei Spiele in sieben Tagen an. Nach 51 Minuten musste Bohe zum ersten Mal gegen Jip Kemna parieren.
Schwindende Kräfte
Ab der 60. Minute wurden die Gastgeber mutiger und mit dem 2:1 durch Steffen Wranik (68.) belohnt. Komplett kippen sollte die Partie aber nicht mehr. Einmal mussten die Jeddeloher noch tief durchatmen, als Adrian Lenz nach einem weiten Ball am langen Pfosten vorbeischoss (71.). „Nach dem Gegentreffer wurde es kurz noch einmal feurig, da macht man sich seine Gedanken. Aber generell hatten wir uns von Spelle mehr Gegenwehr erwartet“, sagte Riebau.
Weil Spelle nun mehr riskieren musste, bekamen die Ammerländer die größeren Räume. Zunächst verpasste Brinkmann (77.) den dritten Treffer. Dafür sorgte dann drei Minuten später Chiarodia. Bei einem scharf von Krolikowski getretenen Eckball schaltete der Abwehrspieler am schnellsten und drückte den Abpraller aus kurzer Distanz zum 1:3 über die Linie.
Für Jeddeloh spielten: Bohe – Hahn (72. Janßen), Chiarodia, Krolikowski (90.+4 Darsow), Schaffer – Ghassan, Hoffrogge, Aid Hamid (86. Kanowski), Brinkmann, Wang (88. Sultani) – Becken
