Jeddeloh - Sechs Regionalliga-Spiele in Serie waren die Fußballer des SSV Jeddeloh zuletzt ungeschlagen geblieben. Diese Serie riss nun am Samstagnachmittag. Vor 412 Zuschauern mussten sich die Ammerländer in der heimischen 53acht-Arena dem FC Teutonia Ottensen trotz guter Leistung mit 0:1 (0:0) geschlagen geben. Zugleich war es die erste Heimniederlage der Saison für den SSV.

Entsprechend geknickt zeigte sich Trainer Key Riebau direkt nach Abpfiff. „Gerade sitzt der Stachel noch sehr tief. Heute hat nicht unbedingt das bessere Team gewonnen. Gerade am Ende haben wir uns eine Vielzahl an Chancen erarbeitet“, sagte der Trainer. Genutzt hatten die Ammerländer davon aber keine.

Nach einer ersten Halbzeit, in der die Jeddeloher durch eine gute Zweikampfquote und eine stabile Defensive glänzten, es auf beiden Seiten aber kaum Torchancen gab, nahm die Partie im zweiten Durchgang richtig Fahrt auf. Mit der ersten richtig guten Torchance des Tages gingen die Gäste in Führung. Bei einer Flanke kam Ole Wohlers mit dem Rücken zum Tor im Strafraum an den Ball, drehte sich und traf volley in den Winkel (57. Minute). „Das ist brutal ärgerlich, weil es ein blödes Gegentor war. Wir haben ansonsten ordentlich verteidigt“, befand Jeddelohs Kapitän Bastian Schaffer, der sein Startelf-Debüt gab. Denn gegen die gut formierte Dreierkette um Niklas von Aschwege, Pierre Becken und den extrem starken Michel Leon Hahn in der Mitte fanden die Gäste aus Hamburg selten ein Mittel. Lediglich in den Minuten nach dem Gegentor waren die Jeddeloher kurzzeitig in der Defensive nicht auf der Höhe, konnten sich aber bei Chancen von Wehners (58.) und Affamefuna Ifeadigo (70.) auf ihren gut aufgelegten Torhüter Nikolaos Kolifoukas verlassen.

Mit dem 0:1 im Rücken mussten und wurden nun auch die Gastgeber in der Offensive gefährlicher. Riebau brachte mit Marcel Gottschling in der 60. Minute für Elario Ghassan im Mittelfeld eine offensivere Variante ins Spiel, die sich deutlich bemerkbar machte. Die Ammerländer drängten in der Schlussphase auf den Ausgleich. Simon Brinkmann schoss in der 69. Minute über das Tor, Julian Bennert (77.) und Tom Kanowski (78.) verzogen ebenfalls knapp. In der 82. Minute warf sich Ottensen-Verteidiger Marcus Coffie gleich doppelt erfolgreich in gute Schusschancen von Bennert und Conor Gnerlich.

So wurde es in der 53acht-Arena eine hitzige Schlussphase. Die Gäste hatten nun in jeder Aktion alle Zeit der Welt, die Jeddeloher rannten mit viel Einsatz immer wieder an. Kasra Ghawilu schoss aus dem Rückraum über das Tor (88.), der eingewechselte Jannik Dellwisch köpfte zweimal knapp vorbei (89. und 90.+3). Die beste Chance zum Ausgleich hatte aber Brinkmann. Seinen Drehschuss aus kurzer Distanz parierte Gäste-Torhüter Marius Liesegang in der vierten Minute der Nachspielzeit aber mit einem tollen Reflex. Auch Ghawilus letzter Schussversuch in der sechsten Minute der Nachspielzeit fand nicht sein Ziel.

„Heute hat vielleicht das nötige Quäntchen Glück in der Offensive gefehlt. Man muss aber auch eingestehen, dass heute beide Torhüter einen Sahnetag erwischt hatten“, sagte SSV-Kapitän Schaffer: „Ganz zum Schluss hat uns nach so einer körperlich geführten Partie mit vielen Wenns und Abers ein wenig die Durchschlagskraft gefehlt, um hier noch zum Ausgleich zu kommen.“

Für den SSV Jeddeloh spielten: Kolifoukas – von Aschwege, Hahn, Becken – Gnerlich, Ghassan (60. Gottschling), Schaffer (85. Dellwisch), Janßen (73. Kanowski), Ghawilu, Brinkmann, Bennert

Lars Puchler
Lars Puchler Redaktion Lokalsport Ammerland