Oldenburg - Zwei der fünf Fußball-Regionalligisten, die in der Tabelle der Nordstaffel über dem sechstplatzierten VfB Oldenburg stehen, haben keinen Antrag auf eine Lizenz für die 3. Liga gestellt. Das ist seit Freitag klar, als die Frist für das Einreichen eines Lizenzantrages beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) ablief. Die Oldenburger hatten mehrfach betont, einen Antrag stellen zu wollen – und haben das auch getan. Das bestätigte VfB-Geschäftsführer Michael Weinberg am späten Freitagnachmittag.
Ottensen verzichtet
Etwas überraschend hat der Tabellenfünfte Teutonia Ottensen keine Unterlagen eingereicht. Das geschah angeblich in erster Linie aus sportlichen Gründen – der Rückstand auf Tabellenführer Hannover 96 II beträgt 13 Punkte. Als Problem erweist sich bei Teutonia (wie anderswo auch) aber zudem die Stadionfrage. Das Stadion Hoheluft, wo Ottensen seine Regionalligaspiele austrägt, ist für die 3. Liga nicht geeignet. Außerhalb von Hamburg wäre der Club wohl bei der Suche nach einer Ausweichspielstätte fündig geworden. Diese Frage stellt sich nun aber nicht mehr.
Ebenfalls keine Bewerbung eingereicht hat der Tabellenzweite Holstein Kiel II. Das hatten die Schleswig-Holsteiner bereits vor einigen Tagen angekündigt. Unter anderem aus wirtschaftlichen und infrastrukturellen Gründen würde ein Aufstieg der zweiten Mannschaft in die 3. Liga die Möglichkeiten des Vereins überschreiten, lautete die Begründung. Derzeit kämpft die erste Mannschaft der Kieler um den erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga – das wäre für Kiel eine riesige Herausforderung. In dem Falle müsste im Holstein-Stadion umfangreich nachgebessert werden.
Aber auch bei einem Verbleib der ersten Mannschaft in der 2. Liga würde das Antreten der zweiten Mannschaft in der 3. Liga (was die Regeln des DFB erlauben) eine zu große Belastung bedeuten. Neben den Oldenburgern haben auch Hannover 96 II, der Tabellendritte SV Meppen sowie der Vierte Phönix Lübeck Anträge eingereicht. Bei den Lübeckern bleiben aber Zweifel, ob sie eine Lizenz erhalten würden. Das Stadion Buniamshof ist nicht drittliga-tauglich.
Am Saisonende bestreitet der Meister der Nordstaffel Aufstiegsspiele gegen den Meister der Regionalliga Bayern (Tabellenführer sind die Würzburger Kickers). Wenn sich der Nord-Meister durchsetzt und kein Team aus der 3. Liga in die Regionalliga Nord absteigt, würde das die Zahl der Absteiger aus der Regionalliga Nord in die Oberligen von drei auf zwei verringern.
Zwei bis vier Absteiger
Steigt der Nord-Meister auf und steigt der VfB Lübeck aus der 3. Liga in die Regionalliga Nord ab (der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt derzeit sechs Punkte), greift die vorgesehene Regel von drei Absteigern. Verpasst der Nord-Meister dagegen den Aufstieg und kommt der VfB Lübeck von oben in die Liga runter, müssen vier Mannschaften direkt aus der Regionalliga absteigen. In allen Fällen kommt dazu, dass die erste Mannschaft über den zwei, drei oder vier Direktabsteigern Relegationsspiele gegen den Zweiten der Oberliga Niedersachsen bestreitet.
