Oldenburg - An seinen letzten Dreierpack erinnerte sich Kamer Krasniqi schon kurz nach dem Abpfiff ziemlich genau. „Das war von anderthalb Jahren mit dem BSV Rehden“, sagte der offensive Mittelfeldspieler des VfB Oldenburg. Er meinte damit das 4:0 des BSV beim Heider SV im Mai 2022, bei dem er drei Treffer erzielte, um kurz danach einen neuen Vertrag zu unterschreiben – in Oldenburg. Am Samstag nun, beim letztlich furiosen 7:2 (2:1) des VfB gegen Regionalliga-Aufsteiger SC Spelle-Venhaus, war Krasniqi mit seinen Toren in der 13., 74. und 81. Minute der überragende Mann.
Der Dreierpacker
„Es war heute eine gewisse Energie zu erkennen und die wollen wir in die nächsten Spiele übertragen“, freute sich der Tripletorschütze, der wie der gesamte VfB in der ersten Halbzeit einige Chancen liegen ließ, aber dennoch ein Lob von seinem Trainer einstrich. „Ich freue mich für ihn. Ich habe einen lauf- und zweikampfstarken Kamer gesehen. Er ist auf einem guten Weg“, sagte Fuat Kilic, mahnte aber auch. Qualität sei es, diese Leistungen konstant zu zeigen. „Für uns ist es wichtig, dass Spieler aus dem Zentrum gefährlich nach vorn kommen. Da hat er Luft nach oben, heute hat er es besser gemacht, sagte Kilic.
Die sieben Tore
Dass der Oldenburger Chefcoach nach sieben eigenen Treffern davon sprach, dass sein einziger Vorwurf an das Team die „mangelnde Chancenverwertung“ gewesen sei, sagte einiges über die Partie aus. Der Absteiger aus der 3. Liga dominierte den Aufsteiger aus der 5. Liga nach Belieben und führte schnell durch die Tore von Krasniqi und Aurel Loubongo (30.) mit 2:0. Die weiteren Treffer durch Noah Plume (65.), Max Wegner mit einem feinen Heber (69.), zweimal Krasniqi (74. und 81.) sowie den wenige Sekunden zuvor eingewechselten Linus Schäfer (90., erster Einsatz nach langer Verletzungspause) sorgten vor 2142 Zuschauern im Marschwegstadion für ein Torfestival und den zweiten VfB-Sieg in Serie nach dem 2:0 beim Bremer SV. „Für unser Selbstvertrauen war der Sieg natürlich enorm wichtig. Wir müssen das Positive mitnehmen und die Nachlässigkeiten abstellen“, sagte Plume nach seinem ersten Tor im VfB-Trikot.
Die zwei Makel
Diese Nachlässigkeiten waren indes der zweite große Makel am Oldenburger Auftritt neben den ausgelassenen Torchancen. Denn in einer Partie, die die Gastgeber von Beginn an nach Belieben dominierten, stand es nach 55 Minuten und einem Doppelpack von Steffen Wranik (45.+1 und 55.) urplötzlich 2:2. Dann patzte auch noch VfB-Torwart Jhonny Peitzmeier schwer, SC-Stürmer Jip Kemna musste aus 16 Metern eigentlich nur noch in das leere Tor schieben, traf jedoch lediglich den Außenpfosten (61.) – eine Riesenchance für die Gäste zur Führung. „Dass es zum 2:2 kommt, das darf uns natürlich nicht passieren. Da war für kurze Zeit ein Bruch im Spiel. Das werden wir analysieren müssen“, sagte Krasniqi. „Da waren wir nach hinten dann doch ziemlich fahrlässig“, meinte Plume. „Wir sind zu fahrlässig auch beim 2:2, haben kurz den Faden verloren und hätten in Rückstand geraten können. Letztlich ist der Sieg aber auch in der Höhe verdient“, resümierte Kilic, der sich mit nun 16 Punkten mit dem VfB auf Rang acht der Tabelle verbesserte. Am kommenden Sonntag (15 Uhr) geht es für den VfB mit einem Heimspiel gegen Hannover 96 II weiter.
Die Aufstellung
VfB Oldenburg: Peitzmeier - Möschl (86. Sarrasch), Plume, Deichmann, Richter (46. Schröder) - Buchtmann (86. Hajdinaj) - Wegner (89. Schäfer), Knystock, Krasniqi, Loubongo - Ziereis (59. Demaj).
SC Spelle-Venhaus: Niemann - Tepper, Dosquet, Elpermann (17. Wittenbernds), Jesgarzewski - Nichau (59. Oswald), An. Popov, Landwehr (77. Ar. Popov), Elfert, Wranik - Kemna (77. Winnemöller).
