Tungeln - In den Vereinsfarben rot und weiß war am vergangenen Sonntag das Fußballfeld des SV Tungeln getaucht. Gemeinsam jubelten die Spieler der ersten und zweiten Herrenmannschaft – mit roten Sonnenhüten auf dem Kopf und weißen Meister-Shirts am Oberkörper. Es dürfte ein historischer Tag gewesen sein, denn beide Mannschaften sicherten sich in ihren Ligen die Meisterschaft. Die „Erste“, die zum Abschluss 5:4 gegen TuS Hasbergen gewann, feierte den Titel in der 1. Kreisklasse, und die „Zweite“ behauptete sich in der 4. Kreisklasse. Tungelns Reserve fuhr zum Abschluss einen 6:2-Heimsieg gegen GW Kleinenkneten II ein.
„Alle ziehen voll mit“
„Der Doppelaufstieg ist für den SV Tungeln natürlich eine tolle Konstellation, das haben wir vollends ausgekostet“, sagt Michael Ackermann, Trainer des Kreisliga-Aufsteigers. Er hatte erst vor einem Jahr die erste Mannschaft übernommen, kennt den Verein als Tungeler aber bestens und behauptet: „Das Vereinsleben stimmt, alle ziehen voll mit.“ Das habe sich schlussendlich auch am letzten Spieltag gezeigt, als beide Teams vor zahlreichen Zuschauern ihre letzten Spiele bestritten und im Anschluss gemeinsam ausgiebig feierten.
Personeller Aderlass vor der Saison
Dabei hatte gerade die erste Mannschaft vor der Saison das Wort Aufstieg nicht ernsthaft in den Mund genommen. „Durch den personellen Aderlass sind wir eigentlich ohne ein ganz konkretes Ziel gestartet“, blickt Ackermann zurück. Er hatte im Sommer 2022 die Nachfolge von Nils Reckemeier angetreten, aus dem Kader hatten sich einige Leistungsträger zu anderen Clubs verabschiedet. Neue Spieler kamen vornehmlich aus den eigenen Reihen. „Die Hinrunde verlief somit eher durchwachsen“, resümiert der Coach. Alle drei Saisonniederlagen, dazu noch zwei Unentschieden, kassierten die Tungeler in der ersten Hälfte. Da aber auch die Konkurrenz in der Spitzengruppe immer wieder Federn ließ, lagen zum Jahreswechsel vier Teams fast gleichauf – und Tungeln als Tabellenvierter hatte nur einen Zähler Rückstand auf Platz eins (TV Falkenburg).
Saisonziel in der Winterpause konkretisiert
„Wir haben uns dann in der Winterpause ausgetauscht, klar positioniert und den Aufstieg als Ziel festgemacht“, erinnert sich Ackermann. Mit einer guten Vorbereitung, in der stets zwischen 18 und 24 Spielern an den Trainingseinheiten teilnahmen, wurde die Basis für eine erfolgreiche Rückrunde gelegt. „Die Einstellung der Mannschaft und die verbesserte Physis waren dann auch zwei entscheidende Faktoren“, erklärt der Trainer, der in einem etwas unkonventionellen Spielsystem mit Libero agieren ließ. Auch der verletzungsbedingte Ausfall von Yannik Maskow (Muskelbündelriss) in der Offensive konnte gut kompensiert werden. Großen Anteil daran hatte Winterzugang Henri-Philipp Heinsen, der von VfL Oldenburg III kam und in Tungeln bei zwölf Einsätzen sieben Tore schoss.
Kein Heimspiel verloren
Der SVT verlor schließlich in diesem Jahr kein Pflichtspiel mehr und katapultierte sich bereits im März auf Rang eins. „Zwischendurch haben wir eine tolle Serie hingelegt, in der auch die Topteams besiegt wurden“, blickt Ackermann zurück. Vor allem im Auswärtsspiel gegen den VfL Wildeshausen III (4:1) habe sein Elf einen enormen Willen gezeigt. „Genau dieser und der tolle Zusammenhalt zeichnen die Truppe aus“, lobte der SVT-Coach. Auch die Heimstärke sei ein Faktor, denn auf eigenem Platz verloren die Tungeler nicht ein Spiel.
In der kommenden Saison werde man aber wohl mit ein paar mehr Niederlagen rechnen müssen. „Die Kreisliga wird schwer, da müssen wir realistisch ein“, sagt Ackermann, der gemeinsam mit fast dem kompletten Kader hochgehen wird. „Ich mache das gerne und möchte weiterhin einen Beitrag dazu leisten, für diesen tollen Ort attraktiven Fußball zu gestalten.“
