Emden - Der Weert-Ihnen-Cup von BW Borssum für Nachwuchsteams wird seit Jahren zu den größten und bekanntesten Fußball-Jugendturnieren im norddeutschen Raum gezählt. Über das verlängerte Himmelfahrtswochenende vom 18. Mai bis zum 21. Mai messen sich talentierte Mannschaften der G-, F-, E- und D-Junioren aus ganz Deutschland. Insgesamt 120 Teams kicken um die begehrten Pokale. Dabei spielte auch der Wettergott mit, so dass Aktive und Zuschauer bei dieser Großveranstaltung bislang voll auf ihre Kosten kamen.
Das Turnier stand am Himmelfahrtstag ganz unter dem Begriff „Kinderfußball“. Hier spielten die G- und F-Junioren mit jeweils 18 Mannschaften auf Mini-Toren nach der neuen Kinderspielform 3 gegen 3, wobei die Teams ohne Torhüter jeweils zwei weitere Akteurinnen und Akteure wechselweise einsetzten konnten. Das alles ging ohne Wertung. Dieser Modus ermöglichte allen Kindern viel Spielzeit, eine hohe Anzahl an Erfolgserlebnissen und jede Menge Spaß am Fußballspiel.
Die Bambini (G-Jugend) machten dabei den Anfang. Auch hier hatten die Ergebnisse keine Bedeutung. Dafür gab es herzerfrischenden Fußball. Reichlich mit Applaus bedacht von den anwesenden Geschwistern, Eltern und auch Großeltern. Für viele Kinder war es ihr erstes Turnier überhaupt. Bezeichnend für die Spielfreude bei den Bambini war die Aussage eines Spielers auf die Frage, ob er denn auch ein Tor geschossen habe. „Ja, sogar drei“. „Und wie habt ihr gespielt?“ „Das weiß ich nicht“, war die entwaffnend ehrliche Antwort. So unbekümmert kann Fußball sein.
Rasante Dribblings, rassige Zweikämpfe und kernige Torschüsse – beim Turnier der D-Jugend am Freitag mit 24 Teams bekamen die Zuschauer Jugendfußball vom Feinsten zu sehen. Für mehrere Vereine war die Turnierteilnahme jedoch keine Premiere mehr. „Es ist natürlich eine Anerkennung für uns, wenn Mannschaften sich direkt nach Turnierende bereits für das nächste Jahr anmelden und das trotz der weiten Anreise. Bei der G-Jugend hat zum Beispiel der SC Dreye aus Bremen schon wieder zugesagt“, freut sich Turnierleiter Thomas ten Hove jedes Jahr über erneute Zusagen der „Stammgäste“.
Die letzten beiden Turniertage liefen auch wie geschmiert. Dazu zeigte sich zur Freude aller das Wetter noch einen Tick besser. „Beim Aufbau sind zwei Wagen eingesackt und hatten sich festgefahren, so schwammig war es noch auf dem Platz“, sagte ten Hove. Am Sonntag konnte davon keine Rede mehr sein. Im Gegenteil: Die Sonne schraubte die Temperaturen hoch, so dass die jungen Fußballer nicht nur sportlich ins Schwitzen kamen. „Die Atmosphäre hier ist schon sagenhaft“, so ten Hove. Doch die vielen Tagen vor Turnierstart und den vier Tagen mit Fußball satt zehren auch an den Kräften der ehrenamtlichen Helfer. Einige waren Sonntag ziemlich „platt“. Wohl dem, der vorsichtshalber am Montag noch Urlaub genommen hat.
Erfreulich neben den vielen Turnier-Wiederholungstätern: In diesem Jahr gab es auch wieder einige Debütanten: So reiste bei der D-Jugend unter anderem der FC Wellinghofen aus Dortmund erstmals in die Seehafenstadt. Bereits seit Mittwoch ist die E-Jugend von Altona 93 aus Hamburg in Borssum vor Ort. Ihr Trainer Mark Pomorin kickte abends beim Benefizspiel zwischen den Emder Legenden und St. Pauli-Allstars mit. Auch bei Jugendteams von Bundesligisten hat sich die Qualität des Turniers herumgesprochen, denn bei den E-Jugendlichen nimmt der SV Werder Bremen am Weert-Ihnen-Cup teil. Ten Hove kann wie jedes Jahr über ein erfahrenes Team von Helferinnen und Helfern verfügen, sodass alles „wie am Schnürchen lief“. Rund 20 Köpfe umfasst das Organisationsteam. Bereits im Oktober begannen die Vorbereitungen für dieses riesige Event.
Neben dem Spielgeschehen auf insgesamt fünf Plätzen am Borssumer Birkenweg gab es für die Teilnehmer auf dem Turniergelände auch eine große Tombola.
