GANDERKESEE - Die knapp drei Minuten haben es in sich. Das große Ziel der Mädchen: „Bei den Großem mitmachen.“
Von Markus Minten
GANDERKESEE - 2 Minuten und 50 Sekunden erklingt die Musik. Zum Takt der „Symphony of the Seas“ marschieren und tanzen 17 Mädchen der Weiß-Blauen Funken (noch in zivil) diese 170 Sekunden durch den Sportraum im Vereinsheim des TSV Ganderkesee. Funkenmariechen Katharina Lübbe dreht Pirouetten und schlägt – gesäumt von ihren 11- bis 16-jährigen Funken – das ein oder andere Rad.Nach 2 Minuten und 50 Sekunden ist Stille in der Halle. Aber nur ganz kurz. Dann erfüllt lautes Atmen den Raum. 2 Minuten und 50 Sekunden können ganz schön schlauchen. Doch ganz zufrieden sind die beiden Trainerinnen Ute Tönjes und Manuela Westermann noch nicht; also nochmal von vorn. In den letzten Wochen vor den Fasching heißt es vor allem, dem Auftritt den letzten Feinschliff zu verpassen.
Zwei Jahre haben die meisten der Mädchen warten müssen, bis sie endlich einen Platz bei den Weiß-Blauen bekommen haben. Die meisten hatten zuvor schon Kontakt zum Fasching – sei es durch die Familie, sei es durch Freunde. So auch Pia Holtmann, die früher bei den „Funkids“ aktiv war, und jetzt bei den Weiß-Blauen Funken mitmacht. „Eine Freundin hat mich mitgenommen.“ Auch Julia Holte ist schon „ein alter Hase“. Bereits im achten Jahr tanzt sie mit – „erst in der roten Garde, jetzt hier“. Neben anderen Hobbys „schafft man Training und Auftritte noch ganz gut“, betont Nicole Stürenburg. Und Merle Hüneke „vermisst das alles“ sogar in der narrenfreien Zeit.
Nach den Sommerferien hat das Training für die Session 2007 begonnen. Aus fünf, sechs Stücken suchten Trainerinnen und Funken gemeinsam das aktuelle heraus.
Ein Casting muss keine Bewerberin über sich ergehen lassen, versichern Ute Tönjes und Manuela Westermann. Unabdingbare Voraussetzungen sei aber, „locker an die Sache heranzugehen und Spaß am Tanzen zu haben“.
Obwohl die Warteliste nach wie vor lang ist, haben die beiden Trainerinnen, die den Job vor neun Jahren von Sonja Ohlenbusch übernommen hatten, beobachtet, dass es „in den letzten Jahren durch die Schule ein paar weniger geworden sind“ – weniger Interessenten, aber auch weniger, die zu den Großen wechseln wollen.
Dabei ist genau das das Ziel aller Weiß-Blauen Funken: „Bei den großen mitmachen.“ Und deshalb proben sie eine weitere Runde – 2 Minuten und 50 Sekunden lang.
