Ganderkesee - Auch in diesem Jahr wurden Schulkinder und Urlauber in Ganderkesee nicht mit sonnigen Sommerferien belohnt: Vielmehr mussten die potenziellen Freibadgänger, Campinggäste und Luftige-Sommerkleidchen-Träger Regen, bewölkten Himmel und Temperaturen teilweise unter 20 Grad aushalten.

Die Gäste des Camping- und Freizeitparks am Falkensteinsee sind dem Wetter unmittelbar ausgesetzt. „Natürlich kommen dann weniger Camper als sonst, oder es wird früher abgereist. Trotzdem ist es für viele einfach nur wichtig, draußen in der Natur zu sein, da passt dann wieder alles“, hält Rieke Meiners, Leiterin der Anlage, das Wetter nicht für so entscheidend. Und die Campingplatz-Betreiber bemühen sich um Ausgleich bei Regen und Kälte: Dank Aktionen wie „Kanu-On-Tour“, Kirche Unterwegs oder einem Hundeturnier ist immer was los.

Das Spaßprogramm im Freibad hingegen musste sogar teilweise abgesagt werden. So wurde die traditionelle Poolparty in den September verschoben, in der Hoffnung, dass am Ende des Sommers noch Sonnenstunden und Hitzetage warten. Die blieben bisher nämlich fast aus – und mit ihnen die Freibad-Gäste. Am meisten los war bis jetzt am 19. Juli: An diesem Mittwoch wurden 1646 Besucher gezählt, in der ganzen Saison sind es noch nicht mehr als 24 464 – kein Vergleich zu vergangenen Jahren, als bis zu 3500 Gäste pro Tag kamen.

Ganz unzufrieden ist Badleiter Henry Peukert trotzdem nicht: „Mit unserem 50-Meter-Becken sind wir sehr attraktiv für Sportschwimmer und Gesundheitsbewusste. Stammgäste und Vereine kommen auch bei Regen, so dass das Bad nie leer ist.“

Genug zu tun bleibt auch an Regentagen, das wissen auch die beiden Fachangestellten für Bäderbetriebe, Dorina Bochmann (22) und Marcel Knackstedt (24). „Bei wenigen Besuchern wird all das abgearbeitet, was bei vollem Haus liegen bleibt“, sagt Bochmann. So wurde das Hallenbad auf Vordermann gebracht, die Umkleiden gesäubert oder Rasen gemäht. Langeweile komme da selten auf – auch weil bei geringem Badebetrieb besonders gut aufgepasst werden müsse: „Wenn es voll ist, achten die Badegäste selbst mehr aufeinander, man ist pauschal vorsichtiger, als wenn man nicht mit anderen rechnet“, erklärt Knackstedt. Mehr Schwimmer halten auch mehr Augen offen und erkennen Notsituationen schneller.

Die letzte Ferienwoche ist zwar angebrochen, aber der Sommer noch nicht zu Ende, da könnte auch noch die doppelte Besucheranzahl erreicht werden, glaubt Peukert. „Die Hoffnung auf gutes Wetter stirbt zuletzt“, da sind sich alle einig.