GANDERKESEE - Der TSV Ganderkesee meldete sich im Rennen gegen den Abstieg aus der Fußball-Bezirksliga zurück. So eindrucksvoll, wie es das 5:1 (4:1) über Eintracht Wiefelstede glauben macht, war der zweite Sieg in Folge aber nicht. „Oh Mann, die zweite Halbzeit“, sagte TSV-Trainer Raphael Riekers am Sonnabend. „Wer weiß, was passiert wäre, wenn die Wiefelsteder zu Beginn ein zweites Tor gemacht hätten?“ Das gelang den Gästen trotz guter Chancen aber nicht. Die Ganderkeseer durften daher letztlich verdient den zweiten „Dreier“ und den ersten Heimsieg der Saison feiern. Auf drei Punkte verkürzten sie den Rückstand auf den Nicht-Abstiegsplatz, den die Eintracht inne hat.

Beide Mannschaften gingen nach dem Anpfiff mit großem Engagement zur Sache. Die Gäste wirkten überlegen, weil in der TSV-Defensive einige Male die Ordnung nicht stimmte. „Wir mussten sie schon wieder umbauen, weil erneut ein Spieler ausgefallen war. Dann kann das schon einmal passieren“, meinte Riekers. Dass das 0:1 dennoch zu vermeiden gewesen wäre, wusste er auch. „Die Mauer stand nicht gut“, sagte er über den Freistoßtreffer von Andre Sander. TSV-Torwart Christian Klattenhoff war mit der Hand am Ball, konnte dessen Flugbahn aber nicht mehr entscheidend verändern (13.).

Dass Dinge, die den Eindruck erwecken, sie würden misslingen, auf einem Fußballplatz plötzlich eine äußerst positive Wirkung erzielen können, bewies keine 120 Sekunden später Jens Bauer. Der Ganderkeseer wollte, kurz hinter der Mittellinie stehend, einen langen Pass schlagen. Es sah so aus, als sei der Ball unterwegs ins Niemandsland. Doch zur Freude des TSV und zum Entsetzen der Eintracht flog er in hohem Bogen ins Netz – 1:1. „Damit waren wir sofort wieder im Spiel“, beschrieb Riekers die Bedeutung des Treffers. Plötzlich lief es beim TSV rund, bei den Wiefelstedern, die zuvor schon viermal in Folge verloren hatten, klappte vor allem in der Abwehr nichts mehr. Niklas Stopinsek bestrafte deren nächsten dicken Patzer (30.).

Das „Tor des Tages“ bereitete der starke Apostolos Papakostas vor. Drei Eintracht-Spieler konnten ihn nicht stoppen, dann bediente er mit einem tollen Diagonalpass Marko Schrank, der den Ball in den rechten oberen Winkel (34.) drosch. Beim 4:1 kurz vor der Pause profitierte Fabian Mucker wieder von einem Eintracht-Fehler.

Nach dem Seitenwechsel zog sich der TSV verständlicherweise zurück, ließ den Gästen aber dennoch zu viele Freiräume. Außerdem spielte das Team die Kontermöglichkeiten nicht konsequent genug zu Ende. Die Ammerländer bestimmten das Geschehen, scheiterten aber mehrfach an Klattenhoff oder am eigenen Unvermögen vor dem Tor. So waren es doch die Ganderkeseer, die den letzten Treffer erzielten. Patrick Meyer staubte nach einem Freistoß von Stopinsek ab (71.).