Ganderkesee - David Hasselhoff und Pamela Anderson machten in den 1990er Jahren das Rettungsschwimmen auch in Deutschland beliebt, in diesem Jahr erlebte „Baywatch“ eine neue Auflage als Kinofilm. Unbeeindruckt von den Inszenierungen durch Hollywood sorgt seit fast 104 Jahren die „Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft e.V.“ (DLRG) für Sicherheit an deutschen Stränden und in deutschen Bädern. Die NWZ hat die DLRG-Jugend in Ganderkesee besucht, um mehr über die Nachwuchsgewinnung der Lebensretter zu erfahren.
Für alle bis 27 Jahre
„Man kann schon mit der Geburt Mitglied der DLRG werden“, verrät Patrick Kasparak (26), Ortsjugendvorsitzender der DLRG Ganderkesee. Natürlich könnten Babys noch nicht schwimmen oder gar Leben retten, aber aufgrund der langen Wartezeit von gut zwei Jahren für die Anfängerkurse würden viele Eltern ihre Kinder sehr früh im Verein anmelden. „Die ersten Angebote richten sich aber an Kinder ab sechs Jahren“, so Maja Eggers (17), bei der Jugend zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. So ist das klassische Schwimmtraining fürs Seepferdchen bei vielen der Einstieg für das weitere Engagement in der DLRG. „Und das ist ziemlich vielfältig“, verspricht die 2. Jugendvorsitzende Inga Einemann (19) aus Ganderkesee.
Langsames Heranführen
Wer Mitglied in der DLRG ist und nicht älter als 27 Jahre, der ist automatisch auch Mitglied der DLRG-Jugend. Das Angebot ist dabei so gestaltet, dass der Nachwuchs langsam ans Ehrenamt herangeführt wird. Die Schwimm- und Trainingszeiten sind fest (siehe Infokasten), für die jungen Mitglieder werden zudem Kinderaktionen wie Tagesausflüge oder auch mal Keksebacken angeboten. „Sobald die Kinder älter als zehn Jahre sind, können sie schon langsam betreuende oder begleitende Tätigkeiten übernehmen“, so Kasparak. „In dem Alter natürlich noch nicht ohne Aufsicht.“
Vier Abzeichen
Ebenfalls ab zehn Jahre können die ersten Rettungsschwimmer-Abzeichen bei der DLRG abgelegt werden. Los geht es mit dem „Juniorretter“, darauf folgen die drei Stufen des Deutschen Rettungsschwimmpasses der DLRG: Bronze (ab 12 Jahre), Silber (ab 15 Jahre) und Gold (ab 16 Jahre).
„Ab DLRG-Silber kann man am Wachdienst teilnehmen“, so Maja Eggers. Der Wachdienst, der in der Gemeinde Ganderkesee beispielsweise im Sommer an den Wochenenden am Sielingsee bereitgestellt wird, gehört mit zu den Aufgaben, die die Mitglieder ehrenamtlich übernehmen.
Freies Schwimmen
Aber nicht alle Mitglieder des DLRG-Ortsverbandes wählen den Weg zum Ehrenamt. „Manche schwimmen auch nur regelmäßig ihre Bahnen“, erklärt Maja Eggers. Als „freies Schwimmen“ wird das im Terminplan der Lebensretter bezeichnet. Manche führen den Sport dann aber auch noch weiter und treten für die DLRG bei Schwimmwettbewerben an.
Unter Wasser
Wer aber den Weg ins Ehrenamt wählt, kann sich spätestens mit Vollendung des 18. Lebensjahres auch spezialisieren. Rettungssanitäter, Tauchschein, Bootsführerschein: Möglichkeiten gibt es viele.
