GANDERKESEE - GANDERKESEE/ING - Was in Delmenhorst seit langem funktioniert, klappt auch in Ganderkesee immer besser: Der Frühschoppen am Heiligabend, in der Nachbarstadt längst eine Institution mit etlichen hundert Besuchern, entwickelt sich in Ganderkesee ebenfalls von Jahr zu Jahr stärker zu einer Massenveranstaltung. Verantwortlich dafür ist in beiden Orten der gleiche Mann: Eberhard Mende, der vor mehr als 20 Jahren in der Delmestadt die Tradition der Heiligabend-Treffen vor dem „Megaron“ am Kirchplatz begründete, machte damit vor vier Jahren im „Music-Club“ an der Grüppenbührener Straße weiter. Und jedes Mal kann er mehr alte Bekannte und neue Freunde begrüßen – die meisten immer noch per Handschlag.
„Mittlerweile sind in Delmenhorst unsere Kinder, und die älteren Semester kommen hierher“, schmunzelte der Gastronom am Sonntag. Von wegen „ältere Semester“: Viele junge Leute, auch Familien mit Kindern, trudelten ab 10 Uhr auf dem weitläufigen Platz vor dem „Music-Club“ ein. Zwischendrin standen aber auch etliche von Mendes Stammgästen, die ihm schon seit Jahren am Heiligabend die Treue halten.
„Viele Bremer und Oldenburger sind auch hier“, weiß der 57-Jährige – und natürlich ganz viele Delmenhorster, die die Tradition der „Megaron“-Treffen für sich einfach nach Ganderkesee verlegt haben. Fast alle kennen den Wirt, und der kennt sie. „Manche habe ich jahrelang nicht gesehen, einige waren auch lange Zeit im Ausland – aber am Heiligabend sieht man sich wieder“, strahlte Mende.
Am Sonntagmittag war dann kaum noch ein Plätzchen an Theken und Tischen zu kriegen – „Ebi“ Mende reagierte schnell und ließ Stehtische nachliefern. „Bis 19 Uhr“, so schätzte der Wirt, „geht das hier bestimmt noch.“ Und dann? „Nach dem Aufräumen feiern wir noch privat“, verrät Mende. „Aber nur kurz, man ist dann doch ziemlich erschöpft.“ Zumal am 1. Weihnachtstag schon wieder der Laden hergerichtet sein musste: Ab 20 Uhr rockten die „Fairlanes“ im „Music-Club“ – noch eine Weihnachtsveranstaltung von Eberhard Mende, die sich zu einem Dauerbrenner zu entwickeln scheint. S.46
