GANDERKESEE - „Eigentlich bin ich damals nur vertretungsweise als Notnagel eingesprungen“, erinnert sich Jochen Schultz mit einem Schmunzeln.

Doch aus „nur vertretungsweise“ wurden fast volle 13 Jahre, in denen Schultz die Abteilung Herzsport des Turn- und Sportvereins (TSV) Ganderkesee leitete. Am Mittwochabend war nun offiziell Schluss: Der 71-Jährige übergab seiner 42-jährigen Nachfolgerin Claudia Stolz, die selbst auch schon lange im Reha-Bereich tätig ist, in einer kleinen Feierstunde in der Halle am Habbrügger Weg die Leitung.

„1985 habe ich meine Lizenz ,ambulanter Herzsport‘ in Delmenhorst gemacht, wo ich bis 1998 bei einem Verein tätig war“, erklärt Schultz. Auch damals sei er in diese Position einfach so „reingeschliddert“. Janette Wunderlich, die die Herzsport-Abteilung beim TSV Ganderkesee gegründet hatte, habe von Schultz’ Lizenz gewusst und sich an ihn gewandt, als sie selbst aufgehört habe.

Drei Herzsport-Gruppen haben sich im Laufe der Zeit etabliert. „Es gibt drei Voraussetzungen für so eine Gruppe: Erstens muss der Trainer die erforderliche Lizenz besitzen, zweitens muss es einen Defibrillator geben und drittens muss ein Arzt anwesend sein“, zählt Schultz auf, „für viele ist die Anwesenheit des Arztes wichtig, damit sie eine größere Sicherheit haben.“ – Auch Helmut Schühle, einer der sechs Ärzte, ließ es sich am Mittwoch nicht nehmen, zur Verabschiedung Schultzes vorbeizuschauen.

„Wenn es sich um Teilnehmer handelt, die schon länger beim Herzsport dabei sind und das Ok von ihrem Hausarzt bekommen haben, dürfen sie auch in der Gruppe ohne Arzt mitmachen“, erläutert Jochen Schultz. Einige Teilnehmer kenne er daher schon seit zehn Jahren – „einmischen“ wolle er sich in den Übungsbetrieb aber nun nicht mehr. „Nur beim geselligen Beisammensein, bei Ausflügen oder Weihnachtsfeiern werde ich bestimmt noch mal teilnehmen“, so Schultz.