GANDERKESEE - Technisch seien die Energiespar-Möglichkeiten weitestgehend ausgereizt. Der Verbrauch von Gas, Strom und Wasser könne in modernen öffentlichen Gebäuden nur noch durch Verhaltensänderungen der Nutzer signifikant gesenkt werden, sagte Norbert Budde von der Gemeindeverwaltung. Er war mit von der Partie, als das Regionale Umweltzentrum Hollen (RUZ) am Donnerstag mit jungen Handballerinnen des TSV Ganderkesee das erste „Energiespar-Training“ durchgeführt hat.

„Trainerin“ ist Karolina Otte. Die 20-Jährige absolviert beim Umweltzentrum ein „Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) im Sport“. Das RUZ ist einer von sieben Standorten in Niedersachsen, an denen das neue spezialisierte FÖJ im September 2008 eingeführt worden ist. Das „Trainingsprogramm“ ist im RUZ entwickelt worden und durchläuft jetzt in Kooperation mit dem TSV Ganderkesee den Praxistest. Zum Auftakt in der neuen Turnhalle am Steinacker kamen junge Spielerinnen der Handball-D-Jugend. „Damit ist es nicht getan. Bei uns sind mehr als 1000 Jugendliche Mitglied“, so TSV-Chef Horst Reiß.

Die Jugendlichen werden über Klimaschutz informiert, lernen Heizungs-, Lüftungs- und Beleuchtungsregelung der Turnhalle kennen und sollen künftig Verschwendung vermeiden und Mängel melden. „Wir wollen eine positive Grundstimmung fürs Energiesparen erzeugen“, formulierte Projektleiter Martin Brinkmann vom RUZ. Das Programm soll getestet und gegebenenfalls noch modifiziert werden, ehe es dann auf breiter Front eingesetzt wird.

In der neuen Turnhalle belaufen sich die jährlichen Ausgaben für Gas, Wasser und Strom auf rund 20 000 Euro. „Wir hoffen, zehn bis 20 Prozent der Kosten einsparen zu können“, gab Budde die Zielmarke vor. „Das wird einige Dauer-Duscher ganz schön hart treffen“, ist Reiß überzeugt. Für entsprechende Verhaltensänderungen soll nun geworben werden.