GANDERKESEE - Großer Erfolg für Bastienne Bischof. Die 16-jährige Sportlerin bringt eine Bronzemedaille mit nach Ganderkesee. Von den fünf Medaillen, die die Leichtathleten des Deutschen Gehörlosen-Sportverbands bei den Weltmeisterschaften in Izmir gewannen, ging eine bronzene an die Sportlerin vom LGG Ganderkesee. Am Abschlusstag sicherte sich Bastienne Bischof den dritten Platz im Hochsprung mit übersprungenen 1,59 Meter.
Die 16-Jährige ging zum ersten Mal im Nationaltrikot an den Start und war die jüngste der 13 Athleten der deutschen Mannschaft. Begleitet von einem kleinen Trainerteam und einer offiziellen Delegation waren diese in schwarz-gold gekleideten Sportler immer gut im Stadion auszumachen.
32 Nationen waren in die Türkei gereist, mehr als 300 Athleten suchten in allen leichtathletischen Disziplinen ihre Meister. Allen gemeinsam ist das Handikap, dass sie ohne Hörhilfe so gut wie nichts hören können. Die internationale Gebärdensprache, die viele Athleten beherrschen, baute sogar manche Brücke, die hörenden und sprechenden Menschen nicht möglich ist.
„Bastienne wollte ihre Sache gut machen, sie wusste, dass sie gut vorbereitet war“, berichtete ihre Mutter Birgit Bischof. Trotz Schienbeinbeschwerden in den letzten drei Wochen sei sie zuversichtlich gewesen, dass sie im Wettkampf bestehen würde. Obwohl Hochsprung ihre Spezialdisziplin war, sollte die junge Sportlerin auch im Weitsprung starten, um Erfahrung zu sammeln. Auf die Rahmenbedingungen einer Weltmeisterschaft musste sich Bastienne aber erst einmal einstellen: Fahnen und Hymnen im Stadion, Meldepflicht im Callroom und die Abwesenheit eines gewohnten Trainers an der Sprunggrube.
Im Weitsprung misslang der Einzug in ein sicher geglaubtes Finale. „Im Hochsprung zwei Tage später schlug das Herz dann nicht mehr bis zum Hals“, meinte Birgit Bischof. „Das Bewusstsein, nicht bei einem ganz normalen Wettkampf zu sein, stellte sich aber spätestens beim Anblick des eigenen Trikots ein.“ Dennoch sei Bastienne souverän bei 1,45 Meter in den Wettkampf eingestiegen. „Bis 1,53 Meter ging alles glatt, dann brauchte sie einen zweiten Versuch.“ Als sie die 1,59 gemeistert habe, hätten sie und ihr Trainergespann gemerkt, dass sie Bronze schon sicher hatte.
Das körperliche Handicap machte sich in dieser Situation bemerkbar. Taktisches Auslassen einer Höhe oder Versuche aufsparen – all diese Dinge seien per Gebärde nicht eindeutig zu vermitteln gewesen, so Birgit Bischof, da der Abstand zur Hochsprunganlage einfach zu weit war und Bastienne die Laufbahn nicht betreten durfte.
Mit einem feierlichen Ausmarsch aller Medaillengewinner sei am Montag eine erfolgreiche Woche zu Ende gegangen, die mit einem Feuerwerk am Eröffnungstag begonnen hatte. „Das Hochziehen der eigenen Landesflagge bei der Siegerehrung wird sicher unvergessen bleiben“, beschreibt Birgit Bischof.
