GANDERKESEE - GANDERKESEE - Eigentlich müssten Conny und Udo Voigt jedes Jahr pünktlich zum Pfingstturnier des Reitervereins Ganderkesees eine Flasche Champagner köpfen und feiern. Und dass nicht, weil ihre Pferde so erfolgreich abschneiden. Der Grund ist ein anderer: Vor 26 Jahren lernte sich das Ehepaar hier kennen. Der Reiter aus der Wesermarsch und die Frau, die seit ihrer Kindheit Mitglied im Reiterverein Ganderkesee ist, waren im Abschlussklassement nebeneinander platziert.

Heute ist Conny 43 Jahre alt, Udo 46. Zusammen haben sie zwei Kinder: Melanie (14) und Doreen (11). Alle teilen dieselbe Leidenschaft: den Reitsport. Logisch, dass die Familie selbst fünf Pferde besitzt. Allerdings legt Conny Voigt Wert darauf, dass das Reiten nur ein Hobby ist. Ein ziemlich zeitaufwendiges zwar, aber vom Profitum sei man noch weit entfernt: „Bei vielen Startern hier ist das aber anders“, sagt sie und zeigt auf die zum Teil supermodernen Anhänger auf dem Parkplatz am Donnermoor.

Auch wenn sie nicht mehr selbst an den Start geht, ist die gelernte Steuerfachgehilfin während des Turniers voll im Einsatz. Sie unterstützt Beatrix Wieker bei der Buchführung und stellt die Ehrenpreise für die Sieger her.

Unterdessen hat ihr Mann gerade auf „Chayenne“ seine Prüfung fehlerfrei bewältigt. Dafür, dass das Pferd zum ersten Mal bei einem Turnier gestartet ist, sei er sehr zufrieden, sagt er. „Chayenne“ fehle nur noch ein wenig Kraft. Er muss es wissen. Schließlich sagt seine Frau, dass er fast schon süchtig nach dem Reitsport sei. „Anders kann man es jedenfalls nicht formulieren“, schmunzelt sie. Sein Tagesablauf spricht für sich: Jeden Tag nach Feierabend schlingt der Zimmermann sein Essen herunter, reitet zunächst die eigenen Pferde, ehe er sich um andere kümmere, bevor er nach 21 Uhr heimkehrt.

Tochter Melanie steht dem in nichts nach. Sie begleitete ihren Vater schon als Fünfjährige zu Turnieren: „Striegeln, Gamaschen befestigen, die Pferde halten: Sie packte immer kräftig mit an“, sagt ihre Mutter. Dass Melanie heute auf dem Pfingstturnier selbst startet, versteht sich fast von selbst.