GANDERKESEE/RASTEDE - GANDERKESEE/RASTEDE - „Mama, mein Jake ist doch der Beste. Ich bin stolz auf ihn“! Der Jubelruf ihrer Tochter Julia klingt Mutter Anna Fellhauer noch in den Ohren, als sie an den tollen Erfolg der 17-Jährigen im Vielseitigkeits-Wettbewerb des 57. Oldenburger Landesturniers denkt. Mit ihrem Pony „Castletown King“, im Familien-Jargon kurz „Jake“ genannt, war die schon im Vorjahr erfolgreiche Juniorin des RSV Schierbrok diesmal in Rastede gegen 70 Großpferde und neun Ponyreiter/innen angetreten und in einem bravourösen Geländeritt zum Einzelgold in der Pony-Wertung geprescht.
Für die rund 2500 Meter lange Querfeldeinstrecke war eine erlaubte Zeit von 5:24 Minuten vorgegeben, die Julia mit ihrem 17-jährigen braunen irischen Wallach als Erste sogar noch um eine Sekunde unterbot und somit strafpunktfrei bliebt. Nach der Dressur hatte sie noch auf Platz 24 gelegen, im Springen gab es nur ein „Holz“ und im Busch dann den Parforce-Galopp in die Top-Ten der Gesamtwertung.
Für Julia war der Auftritt im Rasteder Schlosspark aber noch zusätzlich ein besonderer: Ein schlimmer Trainingssturz am 2. April dieses Jahres, bei dem sie sich schwere Wirbelverletzungen zugezogen hatte, hätte bei ungünstigem Heilungsverlauf das „Aus“ in der Meisterschaft bedeutet. Auch Schierbroks Amazonen-Team mit Annekatrin Müller-Hill und Nadine Lange wäre sicher nicht zum unerwarteten Mannschafts-Silber gekommen, wären Julia und „Jake“ nicht fit gewesen.
Einen weiteren „Goldtaler“ in der Military-Klasse Jugend konnte Svenja Hempel vom RV Ganderkesee mit nach Hause bringen. Ins Gelände-Finale war sie mit ihrem achtjährigen Oldenburger Wallach „Picolino“ als Drittbeste nach Dressur und Springen gegangen. Alle 24 Hindernisse nahm sie ohne Fehler, nur 1,6 Strafpunkte gab es für eine geringe Zeitüberschreitung. Das reichte in ihrer Altersklasse zum ersten Platz und in der Einzelwertung zu einem zweiten. Der Siegestraum vom Mannschaftsgold für die Ganderkeseer Reiterinnen aber blieb trotz Svenjas Superritt unerfüllt. Sandra Auffarth kam neben Svenja noch leidlich gut ins Ziel, doch Vanessa Franz und Tina Richter-Vietor schieden aus.
