GANDERKESEE - Die Tagesschicht des Wohnheims am Fuchsberg kann der deutschen Nationalmannschaft an diesem Freitag trotz Arbeit zujubeln: Das Spiel gegen Serbien wird auf einer großen Leinwand gezeigt, die vorm Haupteingang hängt. „Die Bilder sind von nahezu allen Zimmern aus gut zu sehen“ sagt Heimleiter Ronald Wohlfahrt. Das komme nicht nur bei den Mitarbeitern, sondern auch bei den Bewohnern sehr gut an. Und wenn Besucher die Gelegenheit nutzen, um in Gemeinschaft Fußball zu erleben, würden sie sicher nicht weggeschickt, versicherte Wohlfahrt.

Am Fuchsberg sollen alle Spiele mit deutscher Beteiligung auf Großleinwand gezeigt werden. „Wenn unsere Mannschaft ins Finale kommt, bauen wir ein Festzelt auf“, so Wohlfahrt.

Beim Garten- und Landschaftsbaubetrieb Kreye in Ganderkesee haben die Mitarbeiter auch einen guten Grund zur Freude. Geschäftsinhaber Volker Kreye gab seinen Angestellten die Möglichkeit, die Woche über jeden Tag eine halbe Stunde länger zu arbeiten. Dafür können sie an diesem Freitag schon um 12 Uhr Feierabend machen. So hat jeder die Möglichkeit, das Fußballspiel voll und ganz zu genießen. „Auf diese Weise konnten wir gewährleisten, dass unsere Mitarbeiter ihre Stunden voll kriegen und die Arbeit nicht leiden muss“, erklärte Kreye.

Mühe gegeben hat sich auch Rolf Niemeyer, Inhaber der Autolackiererei Polster in Hoykenkamp. „Wir haben versucht, so wenig Termine wie möglich anzunehmen. Wenn wir dann noch zügig arbeiten, könnte um 13.30 Uhr Feierabend sein.“ Da das aber nicht ganz sicher sei, hat Niemeyer immerhin für ein Radio gesorgt.

Ähnlich sieht es bei der Gallas GmbH in Ganderkesee aus. „Es ist so geplant, dass wir alle Arbeiten bis zum Mittag abgeschlossen haben“, so der Geschäftsinhaber Dirk Gallas. Da jedoch gerade Hochsaison sei und der Betrieb einen schwachen Winter nachzuholen hätte, könne er für nichts garantieren.

Schlechter hingegen sieht es bei Elektro Ahlers in Falkenburg aus. Da dort an diesem Freitag Prüfungen abgenommen werden, ist das Fußballspiel ins Hintertreffen geraten. „Normalerweise haben unsere Mitarbeiter aber schon gegen Mittag Feierabend. Also dürfte es eigentlich kein Problem geben“, meinte Inhaberin Meike Ahlers.

Keine Probleme gibt es beim Heizungs- und Sanitärbetrieb Andersen in Ganderkesee. Ute Rigbers erklärte: „Unsere Jungs haben eh schon mittags Feierabend. Ansonsten arbeiten noch zwei Frauen, die eigentlich kein Fußball-Interesse haben. Ich selbst werde einfach aufs Radio zurückgreifen.“