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NWZonline.de Sport

Deutsche Bei Der Vierschanzentournee: „Ganz in Ordnung, aber nicht supergeil“

01.01.2015

Garmisch-Partenkirchen Richard Freitag fand seinen Sprung nur „ganz in Ordnung“, Severin Freund schüttelte etwas enttäuscht mit dem Kopf: Die beiden besten deutschen Skispringer konnten auch in der Qualifikation für das Neujahrsspringen der 63. Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen kaum überzeugen. Zwei Tage nach dem Auftaktdebakel in Oberstdorf wurde Freitag (Aue/125,4 Punkte) vor dem Wettkampf am Donnerstag (14.00 Uhr/ARD) Sechster, Freund (Rastbüchl/124,1) belegte Platz sieben.

„Das war ganz in Ordnung, aber nicht supergeil. Da sollten wir ansetzen. Es muss morgen noch ein bisschen weitergehen, dann schauen wir mal. Ich will auf jeden Fall gut in das neue Jahr starten“, sagte Freitag, der in Oberstdorf nur Rang 15 belegt hatte: „Ich muss jetzt über längere Zeit die Form und die gute Laune beibehalten.“

Der als Tournee-Mitfavorit gestartete Severin Freund zeigte nach seinem enttäuschenden 13. Platz in Oberstdorf bei guten Bedingungen einen soliden Sprung auf 134,5 m. Seine fast schon traditionellen Probleme auf der Olympiaschanze konnte der Skisprung-Weltmeister dabei allerdings wieder nicht ablegen.

Im Vorjahr endeten in Garmisch-Partenkirchen alle Hoffnungen auf ein gutes Gesamtresultat, nachdem Freund den zweiten Durchgang verpasst hatte und nur 32. wurde. Ein siebter Rang ist bislang Freunds bestes Resultat - deswegen gab es im Sommer Sondertraining. Freund übte speziell den schnellen Wechsel von Oberstdorf nach Garmisch, um nicht erneut eine Bruchlandung zu erleben.

„Garmisch ist eine spezielle Schanze“, sagte Freund, räumte aber ein: „Mir hat das Training viel gebracht. Es war ein guter Kurs. Es ist immer sinnvoll, wenn du auf solchen Schanzen mehr Trainingssprünge hast.“ Die Sprünge aus dem Sommer könne man wegen der veränderten Bedingungen im Winter aber nicht kopieren: „Es gibt dir keine fünf Meter Vorsprung für den Winter. Am 1. Januar musst du gut springen.“

Die Chance dazu wird Markus Eisenbichler (Siegsdorf/89,2) überraschend erst gar nicht bekommen. Der Bayer, der schon nach 113,0 m landete, hatte noch in der Vorwoche zu den Kandidaten für einen Top-10-Platz gehört und scheiterte nun kläglich. In Oberstdorf hatte der 23-Jährige bereits den zweiten Durchgang verpasst.

Die stärkste Vorstellung vor 6000 Zuschauern bot am Silvestertag der frühere Tournee-Sieger Anders Jacobsen aus Norwegen (139,5 m/135,0 Punkte), der den Schanzenrekord um nur vier Meter verpasste und die Prämie von 2000 Euro für die Tagesbestleistung kassierte. Rang zwei belegte der Japaner Noriaki Kasai (130,8) vor dem Slowenen Peter Prevc (126,9).

Derweil konnten sich aus der deutschen Mannschaft auch Marinus Kraus (Oberaudorf/106,0), Michael Neumayer (Oberstdorf/106,9), Andreas Wank (Hinterzarten/100,3), Stephan Leyhe (Willingen/99,1) und Daniel Wenig (Berchtesgaden/102,4) über den Sprung in den Wettkampf freuen. Die Qualifikation verpassten neben Eisenbichler hingegen Karl Geiger (Oberstdorf/89,5), Sebastian Bradatsch (Ruhla/62,5), Paul Winter (Willingen/88,5), Martin Hamann (Aue/63,1) und Tim Fuchs (Degenfeld/51,7).

Nach dem Springen auf der Olympiaschanze haben die Adler am Freitag den letzten freien Tag, ehe die Tournee am Samstag mit der Qualifikation für das Bergiselspringen in Innsbruck fortgesetzt. Anschließend geht es innerhalb Österreichs traditionell weiter zur letzten Station nach Bischofshofen (6. Januar).

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