Garrel - Manche „Ahs und Ohs“ entlockte Weltenradler Thomas Meixner den fast 100 Zuhörerinnen und Zuhörern mit fantastischen Bildern von seiner Fahrradtour von Sachsen-Anhalt nach Sidney zu den Olympischen Spielen. Auf Einladung des Kunst -und Kulturkreises Garrel nahm er das Publikum in eine immer fremder werdende orientalische Welt mit.

Drei wichtige Schritte müsse man machen, um das Ziel zu erreichen sagte Meixner, die Wohnung kündigen, die Arbeitsstelle kündigen und dann den wichtigsten Schritt: einfach losfahren. Das geschah in Sachsen-Anhalt mit Begleitung des örtlichen Spielmannszugs.

Als Sidney den Zuschlag für die Ausrichtung der Olympischen Spiele bekam, stand für den Weltenradler das Ziel fest. Aus seiner Fahrradtour, Start am 1. Mai 1998, entwickelte sich eine Erdumrundung mit 36 Ländern und 98951 zurückgelegten Kilometern.

Seine Russischkenntnisse waren im Riesenreich von großem Vorteil, er lernte die Gastfreundschaft der russischen Bevölkerung kennen und wurde auch schon mal von „Haus zu Haus durchgereicht“.

„Das wichtigste am Fahrrad ist der, der drauf sitzt“, sagte er, „und der Kopf ist der wichtigste Muskel“, denn es kämen immer wieder Zweifel auf. Begegnungen mit Menschen, hätten ihn dann immer wieder gestärkt und motiviert weiter zu fahren. „Kopf und Körper müssen eine Einheit bilden“.

Seien es in Tibet eher die körperliche Herausforderung gewesen, so seien in Indien andere Aufgaben auf ihn zugekommen. „Hier waren die Menschen zwar nicht unfreundlich, aber oftmals aufdringlich neugierig“ berichtete er, „oft gab es wegen mir regelrechte Massenaufläufe“.

„Für jedes Problem gibt es eine Lösung“, machte er sich immer wieder Mut. Auch als sich seine Körpertemperatur von 40 Grad dem der Außentemperatur angepasst habe. Das Denguefieber habe ihn erwischt, doch mit Hilfe und Unterstützung von Zufallsbekanntschaften habe er die Situation gemeistert.

Er mahnte auch, dass die industrielle Welt mehrere Gänge zurückschalten müsse, um das Klima zu retten. „Die ärmsten Menschen machen es uns vor, wie es geht“, sagte er und zeigte ein Fahrradtaxi, dass zehn Schüler zugleich zur Schule transportierte.

Im September 2000 war das Ziel erreicht. Meixner verbrachte viele Tage im Olympischen Dorf, die auch von Partys geprägt waren, bevor ihn der“ nomadische Trieb“ wieder erfasste, Mutter Erde noch näher kennenzulernen und somit mit seiner „Else“ (rund 78 Kilogramm) ins Flugzeug nach Santiago de Chile stieg.