Garrel/Cloppenburg - Ausgerechnet bei dem Team, das Trainer Jonas Kettmann vor der Saison als Meisterschaftsfavoriten ausgemacht hatte, könnte sich seine Mannschaft an diesem Samstag den Aufstieg sichern. Die Oberliga-Handballerinnen des BV Garrel spielen ab 16 Uhr bei Werder Bremen II, und mit einem Sieg wäre ein Platz für den BVG in der dritten Liga gebucht. Schließlich will der Tabellenzweite SG Friedrichsfehn/Petersfehn nicht aufsteigen, und der Tabellendritte HSG Wilhelmshaven hätte im Fall eines BVG-Sieges zwei Spieltage vor Schluss mindestens fünf Punkte Rückstand auf die Garrelerinnen. „Dann wäre unser Minimalziel, als Zweiter aufzusteigen, erreicht“, sagt Coach Kettmann. „Aber wir wollen natürlich auch Meister werden.“

Während die Garrelerinnen die Liga verlassen wollen, versucht der TV Cloppenburg, in der Oberliga zu bleiben. Die Chancen auf den Klassenerhalt würden durch einen Heimsieg an diesem Samstag (17.15 Uhr) gegen das punktlose Schlusslicht Elsflether TB steigen. Der Viertletzte muss weiter abwarten, ob es drei oder vier Absteiger aus der Oberliga Nordsee geben wird. „Das hängt vom Team SFN Vechta ab“, sagt TVC-Trainer Theo Niehaus. „Wenn Vechta die Relegation erreichen und in der dritten Liga bleiben sollte, wären es nur drei Absteiger. Aber darauf dürfen wir uns nicht verlassen.“

Werder Bremen II - BV Garrel. Natürlich werden die Garrelerinnen schon wegen der Aufstiegschance hochmotiviert in die Partie gehen. Allerdings rechnet Kettmann mit einem sehr schweren Duell für sein Team. „Werder hat viele ehemalige Zweitliga-Spielerinnen zur Verfügung, und in der Bremer Halle wird ohne Backe gespielt. Das mögen meine Spielerinnen ja gar nicht“, sagt Kettmann. „Dennoch werden wir alles auf Sieg setzen.“

Zumal Kettmanns Team in der Hinrunde einen beeindruckenden 40:30-Heimsieg gegen die Hansestädterinnen eingefahren hatte. Wobei er den Erfolg auch als Bestätigung der Stärke Werders sieht: „Es gelingt nicht vielen Mannschaften, in unserer Halle 30 Tore zu werfen.“

30 Tore hat auch der BV Garrel zuletzt geworfen. Allerdings wird der 30:27-Sieg bei der HSG Phoenix in der Rückschau auf die Höhepunkte der Spielzeit wohl fehlen. Das Backeverbot hatte es den Garrelerinnen schwergemacht.

Dass Sarah Weiland allerdings in Bremen wie zuletzt bei der HSG Phoenix durchgehend in enge Deckung genommen wird, hält Kettmann für unwahrscheinlich. Wie sein Team die torgefährliche Katrin Friedrich, die mit 9,33 Treffern pro Spiel sogar einen noch besseren Schnitt als Weiland (9,0) hat, stoppen will, verrät Kettmann nicht. „Sie ist aber die mit Abstand beste Spielerin Werders“, macht er aus seinem Respekt vor Friedrich keinen Hehl.

Außer Torhüterin Charlotte Schumacher sind nach Kettmanns Informationen alle Bremerinnen einsatzbereit. Er selbst muss auf Ilka Zwick (Wadenprobleme) und Melanie Fragge (mit den A-Juniorinnen unterwegs) verzichten.

TV Cloppenburg - Elsflether TB. Ein Blick auf die bisherige Saisonbilanz des ETB (0:46-Punkte) lässt die Gegner nicht gerade erschaudern, aber das Team aus der Wesermarsch ist durchaus noch ehrgeizig. Die Hoffnung auf den ersten Saisonpunkt haben die Elsfletherinnen zumindest noch nicht aufgegeben. „Und wir sind nicht in der Situation, einen Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen“, sagt Theo Niehaus. „Die Niederlage in Oyten war unnötig, wir hatten einen gebrauchten Tag erwischt. Nun sind wir unter Zugzwang.“

Sein Team müsse wie in Elsfleth, wo die Cloppenburgerinnen Ende November 21:11 gewonnen hatten, von Anfang an Siegeswillen zeigen. Personell sieht es derweil gut beim TVC aus. Auch Torhüterin Katja Kröger ist diesmal wieder dabei.

„Wir messen den Gegner nicht am Tabellenstand“, sagt der Cloppenburger Coach. „Nach einer Analyse des Oyten-Spiels haben wir uns konzentriert vorbereitet.“

Steffen Szepanski
Steffen Szepanski Redaktion Münsterland (Lokalsport)