Garrel - Wenn der Titel „Fire“ von Scooter durch das Stadion dröhnt, sprinten 98 Mädchen und Jungen los. Die Melodie der deutschen Gruppe markiert das Trainingsende. Am Camp stellen sich die jungen Fußballer hinter ihrer Getränkebox auf. Die Boxen tragen Namen: Bayern München, Mönchengladbach und natürlich Werder Bremen. Die „Fußballfabrik Ingo Anderbrügge“ hat für drei Tage ihr Domizil auf den Plätzen des BV Garrel aufgeschlagen.

Die Mädchen und Jungen, eingeteilt in acht Gruppen, nehmen ihre Trinkflaschen. Dann gibt es Anweisungen für die nächste Trainingseinheit. Camp-Leiter ist Frank Siemer, ein Ex-Schalker, den eine schwere Verletzung an einer Karriere gehindert hat. „Zuletzt habe ich in einer Mannschaft mit Jens Lehmann gespielt“, erinnert er sich.

Jetzt ist er ein Trainer der „Fußballfabrik“. Alle besitzen eine Lizenz. einige haben eine höherklassige Laufbahn hinter sich. Drei Tage sind zehn Trainer in Garrel, eingeladen von der Fußballschule Garrel, die den Lehrgang mit dem BV Garrel organisiert. Die Spieler kommen aus Falkenberg, Varrelbusch und Nikolausdorf/Beverbruch und Garrel. „Wir wollen helfen, dass der Nachwuchs eine erstklassige Ausbildung erhält. Das gilt für die Aktiven, aber auch für Trainer und Betreuer, die viele Anregungen für ihr Engagement bekommen“, so Franz-Josef Behrens, Vorsitzender der Fußballschule.

Seit zwanzig Jahren ist die „Fußballfabrik“ von Ingo Anderbrügge unterwegs. 2016 gab es 3500 Lehrgangsteilnehmer. Die Fünf- bis 13-Jährigen sind mit Begeisterung dabei. „Training, Lernen, Leben“ lautet das Motto. „Was die Kinder und Jugendlichen bei uns lernen, hilft ihnen, im Leben besser zurechtzukommen“, sagt Siemer. Pünktlichkeit, Disziplin und Fairplay stehen ganz oben. Man gehe nicht davon aus, dass es dank des Camps ein Fußballer aus Garrel in die erste oder zweite Bundesliga schaffe, sagt der Leiter.

Ganz ohne Leistung geht es nicht. Täglich gibt es Dribbel-, Elfmeter- oder Schussgeschwindigkeitskönige – oder Königinnen. Die Camp-Besten werden ermittelt. Die können weitere Lehrgänge besuchen, beim Camp der Besten, oder vielleicht im Elite-Camp.

Doch vor dem Preis steht der Fleiß: Sechs Trainingseinheiten an drei Tagen: Dribbeln, passen und Koordination. „Zum Beispiel müssen die Kids vor dem Elfmeter eine Quizfrage beantworten“, erklärt Jugendobmann Michael Kohler, Organisator des Camps. Vorträge runden den Lehrgang ab. Fußball ist eben mehr als nur den Ball treffen.

Für jeden Teilnehmer gab es ein Trikot, einen Ball und eine Trinkflasche. Vom Startgeld hat die Fußballschule Garrel 30 Euro übernommen.