Garrel - Am ersten Spieltag der Handball-Oberliga Nordsee der Frauen konnte noch kein Team unter Beweis stellen, dass es zurecht als Titelanwärter gehandelt wird. Vielleicht lag es daran, dass eine Mannschaft aus dem Favoritenkreis zuschauen musste: Der Vizemeister der Vorsaison, BV Garrel, greift nach der Verlegung des Derbys gegen den TV Cloppenburg erst an diesem Freitag ins Geschehen ein. Und es würde wohl kaum einen Trainer der Konkurrenz verwundern, wenn sich der BVG von Beginn an als echter Meisterschafts-Kandidat präsentieren würde. Das muss er allerdings auch, wenn er gleich die ersten Punkte einfahren will. Trifft er doch um 20.30 Uhr auswärts auf ein weiteres hoch eingeschätztes Team: die HSG Wilhelmshaven.
Die hat sich – wie bereits angedeutet – allerdings wie die weiteren Teams aus dem Favoritenkreis, Werder Bremen II und der TV Dinklage, am Wochenende nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Mit 23:22 holte sie aber immerhin in Schüttorf die ersten Punkte. „Dass Wilhelmshaven nur mit einem Tor gewonnen und Werder in Altenwalde unentschieden gespielt hat, überrascht mich schon“, sagt BVG-Trainerin Birgit Deeben, die als Ziel für ihre Mannschaft ausgegeben hat, oben mitzuspielen.
Am Freitag sah sie die Partie des TV Dinklage beim VfL Oldenburg III. Der Verein aus dem Nachbarkreis ging mit 22:34 regelrecht unter, was wohl mehr an der eigenen als an der Leistung des Gastgebers lag. „Die müssen sich wohl alle noch einspielen“, sagt die Trainerin. „Hoffentlich ergeht es uns nicht so.“
Die Garreler Fans haben Grund zur Hoffnung, dass es dem BVG nicht so ergeht, kann Deeben doch auf einen eingespielten Kern der Mannschaft bauen. „Wir haben uns nicht großartig verändert“, sagt Deeben, wobei die meisten Veränderungen sowieso positiv sind. Etwa die Tatsache, dass nun fünf Torhüterinnen zur Verfügung stehen, wenngleich die verletzte Steffi Aumann wohl frühestens ab Januar wieder dabei ist. „Da darf dann auch mal jemand ausfallen“, sagt Deeben, die allerdings der kurzfristige Abgang der Kreisläuferin Svenja Ruhöfer schmerzt.
Die Garreler Abwehr hat derweil gerade ein Spezialtraining absolviert: Leszek Krowicki, langjähriger Trainer des VfL Oldenburg und aktueller Coach der polnischen Frauen-Nationalmannschaft, hat eine Übungseinheit übernommen. „Er hat den einen oder anderen Kniff gezeigt und wird das auch bei unseren anderen Teams bei Gelegenheit mal machen“, sagt Deeben. „Der Kontakt kam über das Teammanagement zustande.“
Gute Kontakte sorgten auch dafür, dass mit Steffi Jandt, die im Training schon glänzen konnte, und Tomke Köther, die erst Mitte des Monats aus dem Urlaub zurück ist, zwei Torhüterinnen mit höherklassiger Erfahrung geholt werden konnten. Inga Frenzel (Rückraum, Mitte), die im August drei Wochen im Urlaub war, hat noch Abstimmungsprobleme, passt laut Deeben aber prima ins Team.
Hinzu kommen mit Lisa Noack, Katharina Fitze und Julia Thoben-Göken, die sich nun ganz auf die Torwartposition konzentrieren soll, Perspektivspielerinnen mit großem Potenzial.
