GARREL - Diesem Team gehört die Zukunft, keine Frage. Aber wie wird es sich in der Gegenwart schlagen? Die Garreler Oberliga-Handballerinnen gehen mit einer jungen Truppe und etwas Ungewissheit in die Saison. „Wir haben eine durchwachsene Vorbereitung gespielt und kaum erfahrene Spielerinnen im Kader“, sagt Trainerin Birgit Deeben. „Wir werden uns in der Liga erst einmal zurechtfinden müssen. Da kann das Ziel zunächst nur Klassenerhalt lauten.“
Die Garrelerinnen haben nur einen Neuzugang von „außerhalb“: Madlen Biller von der HSG Hessisch-Oldendorf. Für die hatte die gelernte Rückraumspielerin in der Landesliga jede Menge Tore erzielt. „Man merkt, dass sie was lernen will, und sie hat sich gut ins Team integriert“, lobt Deeben.
Allerdings ist Biller auch erst 19 Jahre alt und damit wie ein Großteil der Spielerinnen noch nicht sehr erfahren. Mit Laura Krogmann (17), Ellen Tiedeken (17), Maike Deeben (16) und Alisha Aumann (17) verstärken vier A-Jugendliche den Kader. Die haben zwar schon häufig ihr großes Talent unter Beweis gestellt, brauchen aber noch Führungsspielerinnen an ihrer Seite.
Diese Aufgabe sollen Nina Bruck, Steffi Aumann und vor allem Ines Langkabel übernehmen. Die ist als Co-Trainerin Deebens verlängerter Arm auf dem Spielfeld. Allerdings wird sie dort wohl noch nicht wieder ihre volle Leistungsstärke zeigen können. „Ines ist nach ihrer schweren Knieverletzung erst wieder bei 60 bis 70 Prozent angelangt“, sagt Deeben. „Aber es ist wichtig, dass sie überhaupt spielen und ihre Erfahrung einbringen kann.“
Überhaupt sei Langkabel in dieser Saison besonders wichtig. „Sie kann die Stimmung der Mannschaft ganz genau einschätzen. Außerdem ist sie ehrgeizig ohne Ende“, lobt Deeben. „Ines darf nicht ausfallen, sie ist nicht zu ersetzen.“
Besonders zurzeit nicht, da gleich mehrere Garreler Spielerinnen angeschlagen sind. Lena Kettmann (Fußprobleme), Simone Tönjes (gebrochener Kiefer), Kerstin Aumann und Kerstin Möller (beide Schulterprobleme) sind gerade erst wieder auf dem Weg der Besserung.
„Für uns wäre es besser, die Saison würde erst in drei Wochen beginnen. Wir sind einfach noch nicht so weit“, sagt Deeben. Dementsprechend skeptisch geht sie ins erste Heimspiel an diesem Sonnabend (19.30 Uhr) gegen den VfL Oldenburg III. „Die Oldenburgerinnen haben natürlich ganz andere Möglichkeiten als wir. Die können aus dem Vollen schöpfen.“
Dennoch sieht Deeben der Spielzeit durchaus optimistisch entgegen. „Klar, wir müssen noch viel dazulernen. Aber in unserem Team steckt so viel Potenzial, dass einem für die Zukunft nicht bange sein muss.“
Nun ist aber erstmal entscheidend, wie sich das Team in der Gegenwart schlägt. Sollten die Nachwuchsspielerinnen die Spielfreude zeigen, mit der sie in der Oberliga der A-Juniorinnen geglänzt haben, könnten sie so manche erfahrenere Mannschaft überraschen. Dann wäre die Zukunft früher da, als es die meisten erwarten. . .
