Garrel/Oyten - Die Lage ist ernst, aber keineswegs hoffnungslos. Die Handballerinnen des BV Garrel reisen am Sonntag als Tabellenletzter zum TV Oyten (Anwurf: 15 Uhr). Doch die Stimmung lassen sie sich durch den Aufenthalt im Keller der Dritten Liga West nicht vermiesen. „Die Stimmung in der Truppe ist intakt und richtig gut“, sagt Garrels Co-Trainer Jonas Kettmann vor dem Gang in die Pestalozzihalle.
Dies wertet er als Beleg dafür, dass sich die Garrelerinnen um die niederländische Spielertrainerin Renee Verschuren trotz der sportlichen Schieflage nicht aus der Ruhe bringen lassen. Der Glaube daran, wieder in die Erfolgsspur zu geraten, sei unvermindert vorhanden, so Kettmann. Bereits am vergangenen Wochenende im Heimspiel gegen HSV Solingen-Gräfrath (19:26) sei dies zu sehen und förmlich zu spüren gewesen, meint Kettmann. „In der Partie haben wir eine Topleistung abgeliefert“, sagt er. Gelingt es, die gleiche Leistung auch in Oyten aus dem Hut zu zaubern, müssen sich die gastgebenden Oytenerinnen auf einen harten Kampf einstellen. Doch Oyten ist gut drauf. Die Mannschaft des einstigen Garreler Trainers Jörg Leyens ist seit sechs Begegnungen ungeschlagen. Zuletzt setzten sie sich beim TSV Bonn rrh. in einer packenden Begegnung mit 27:25 (14:14) durch.
Die Leyens-Sieben ist mit interessanten Spielerinnen besetzt. Eine von ihnen ist die Torhüterin Bryana Newbern, die schon in Frankreich aktiv war. Die in Monterey in Kalifornien geborene Newbern kam gegen Bonn in der ersten Halbzeit zum Einsatz. Sie gehört auch dem Kader der amerikanischen Nationalmannschaft an.
Zudem verfügt Leyens in Person von Jana „Katze“ Kokot eine der besten Kreisläuferinnen der Liga. Kokot ist brandgefährlich vor dem gegnerischen Tor. Sie spielte auch schon für Borussia Dortmund. Mit dem BVB gelang ihr damals der Aufstieg in die erste Liga. Lisa Bormann-Rajes (ehemals HSG Blomberg-Lippe) bringt ebenfalls viel Erfahrung mit. Unter anderem spielte sie schon im Europapokal. „Dazu kommt mit Denise Engelke eine weitere Spielerin, auf die wir aufpassen müssen“, so Kettmann. Engelke traf in Bonn im zweistelligen Bereich. Sie erzielte elf Tore.
Beim BV Garrel fiel am Mittwochabend das Training aus, damit die zahlreichen angeschlagenen Spielerinnen verschnaufen konnten. Die Besetzung des Kaders werde ähnlich sein wie bei der Partie gegen HSV Solingen-Gräfrath, ließ Kettmann durchblicken. Zwar haben Lia Rühling und Leonie Schulte jeweils mit Schulterproblemen zu kämpfen, doch sie können auflaufen, so Kettmann weiter. Zwei Spiele müssen die Garrelerinnen in diesem Jahr noch bestreiten, dann geht es in die vierwöchige Spielpause. „Jetzt heißt es, bis Weihnachten noch einmal alles rauszuhauen“, so Kettmann.
