Vechta - Gleich doppelt beschäftigt ist Basketball-Bundesligist Rasta Vechta kurz vor Ende der Saison und das beide Male vor eigenem Publikum. An diesem Freitag (20 Uhr) muss der Tabellenletzte das Duell mit den Frankfurt Skyliners unbedingt gewinnen und gleichzeitig auf Ausrutscher der Konkurrenz aus Tübingen (gegen Braunschweig) und Würzburg (in Bremerhaven) hoffen.

„Natürlich ist unsere Chance nach dem Sieg der Tübinger in Bremerhaven nicht größer geworden. Aber zunächst müssen wir unsere Hausaufgaben machen und unsere restlichen Spiele gewinnen“, gibt sich Rasta-Trainer Patrick Elzie kämpferisch.

Damit es am Sonntag (17 Uhr) gegen das Star-Ensemble Bayern Münchens um mehr geht als „nur“ die Ehre, muss Vechta die Hessen an diesem Freitag besiegen, wobei den Gast als Tabellenelften weder Abstiegssorgen plagen noch Play-Off-Hoffnungen umtreiben. Dass Frankfurt im Niemandsland der Bundesliga dümpelt, liegt vor allem am Verletzungspech.

Der mit 17,6 Punkten im Schnitt bis Ende 2013 in 15 Spielen als Top-Scorer aufgetretene Andy Rautins verletzte sich schwer am Knöchel – das Saisonaus für den Kanadier war besiegelt. Frankfurt verlor ohne seinen Schützen und weitere verletzte Leistungsträger die nächsten sieben Spiele. Erst gegen Bayern München gelang am 16. März ein emotionaler Heimsieg. Eine Woche später wurde Ulm besiegt und sich so von den Abstiegsplätzen ferngehalten – aber nur drei Siege aus den letzten 16 Partien sind eine ernüchternde Bilanz.

„Gordon Herbert hat mit seinem Team wirklich wahnsinniges Pech gehabt. So viele schwere Verletzungen in einer Saison. Das ist einfach nur bitter“, fühlt Patrick Elzie mit seinem Kollegen, der zuletzt aber einen Sieg gegen Trier und das Ende von sechs Niederlagen in Serie feiern konnte. „Für uns gilt dasselbe wie vor dem Trier-Spiel: Es geht um die Art, wie wir Basketball spielen und uns präsentieren“, sagt Herbert. Wie Rasta Vechta das Spiel gegen den Tabellenelften angehen will, macht Elzie schnell deutlich: „Mit voller Pulle vom Jump bis zur Schlusssirene. Daran besteht kein Zweifel. Wie gegen Tübingen müssen wir hochprozentig treffen und darauf setzen, dass wir unsere Scoring-Last auf mehrere Schultern verteilen können.“ Beim 106:99-Heimsieg gegen Tübingen hatten sechs Vechtaer zweistellig gepunktet, in Bamberg waren es fünf Rastaner.

Besonders angetan waren der Coach und die Rasta-Fans in den letzten beiden Partien gerade von Vechtas Urule Igbavboa, dessen offensive Ausbeute sinnbildlich für das nach der Niederlagen-Serie in Teilen zurückgekehrte Selbstvertrauen beim Aufsteiger steht. „Urule hat mit seinen 14 Punkten gegen Tübingen und zehn in Bamberg wichtige Entlastung von der Bank gebracht. Das brauchen wir gerade zum Ende der Saison immer mehr“, weiß Elzie um die große Belastung seines Kaders im Endspurt. In dem wird AJ Rudowitz nach seiner gegen Tübingen erlittenen Sprunggelenksverletzung fehlen, die sich bei der MRT-Untersuchung als Riss des Außenbandes im rechten Knöchel herausstellte. Ein Comeback noch in dieser Saison erscheint ausgeschlossen. Rashad Bishop, der am Dienstag zur Reha in die USA zurückgekehrt ist, kann wegen anhaltender Schmerzen im Knöchel kein Spiel mehr für Vechta bestreiten. Ferner fehlt Kapitän Flavio Stückemann (Trainingsrückstand).