München - Franz Beckenbauer warnt vor miesen Tricks und Provokationen des FC Barcelona, doch bei Bayern München sorgt höchstens die „gelbe Gefahr“ für ein bisschen Unruhe. „Die Spieler müssen sehr diszipliniert spielen, das heißt: keine Gesten, keine unnötigen Fouls, sich nicht provozieren lassen – das ist entscheidend“, forderte Trainer Jupp Heynckes angesichts von sechs vorbelasteten Fußballprofis vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Champions League an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF).

Kapitän Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Javi Martínez, Dante, Luiz Gustavo und Mario Gomez wären bei einer weiteren Gelben Karte gegen Barça in einem möglichen deutschen Traumfinale am 25. Mai gegen Borussia Dortmund gesperrt. Obwohl der Rekordmeister mit einem komfortablen 4:0-Vorsprung nach Spanien fliegt, will Heynckes „überhaupt keine Rücksicht“ darauf nehmen. „Ich werde die bestmögliche Mannschaft nominieren“, betonte der 67-Jährige vor dem Duell mit Weltfußballer Lionel Messi und Co.

Superstar Arjen Robben appellierte am Montag: „Alle reden schon vom deutschen Finale, von Wembley: Aber wir dürfen nicht denken, dass wir schon da sind. Das wäre das Schlimmste.“ Deshalb versuchte Sportvorstand Matthias Sammer Gedanken an vorsichtige Zurückhaltung in den Zweikämpfen wegzuwischen. „Mich interessiert das überhaupt nicht“, sagte er.

Für Beckenbauer sind die Gelben Karten eine schwere Hypothek: „Sie werden provozieren, sie werden alle Tricks der Welt anwenden. Die Bayern dürfen sich nicht auf persönliche Duelle einlassen. Da wird es richtig viele Nickligkeiten geben.“ Davon ist auch Dante überzeugt: „Es geht ums Finale. Da wird Barcelona alles probieren. Auch unfair.“ Zumal Barcelona „angeschossen“ ist, wie Torhüter Manuel Neuer betonte.

Franck Ribéry warnte: „Es ist noch nicht fertig! Im Camp Nou ist es schwierig, ich weiß das.“ Wie Schweinsteiger stand der Franzose beim 0:4 der Bayern am 8. April 2009 in Barcelona auf dem Platz. Diesmal, sagte er, „müssen wir viel arbeiten, viel laufen, und zwar zusammen“. Kapitän Lahm blickte gar mit Schrecken auf die Blamage der Nationalmannschaft im vergangenen Oktober gegen Schweden (4:4) zurück: „Ich war schon einmal 4:0 vorne, vor nicht allzu langer Zeit. . .“