GELSENKIRCHEN - Er war der Sieggarant in einer starken Mannschaft, doch nach Feiern war ihm nicht zumute: Mit zwei Treffern (32., 52.) unter den Augen von 61 482 Zuschauern, darunter Bundestrainer Joachim Löw, hatte Kevin Kuranyi den überzeugenden 4:1 (1:0)-Sieg von Schalke 04 gegen den VfB Stuttgart eingeleitet, eine dumme Aktion im Überschwang der Freude nach dem zweiten Tor verdarb ihm jedoch die Stimmung. Der 25-Jährige, der nach überstandener Lungenentzündung in die Startelf zurückgekehrt war, sah die fünfte gelbe Karte, als er beim Torjubel sein Trikot auszog: „Ich habe in dem Moment einfach nicht daran gedacht.“
Durch den Sieg setzte Schalke vier Tage nach dem Pokal-Aus seine Verfolgungsjagd in der Bundesliga fort. Nach dem sechsten Spiel in Folge ohne Niederlage haben die Gastgeber den Rückstand auf den angestrebten Championsliga-Platz auf einen Punkt verringert.
Dagegen ist die Spitze für Meister Stuttgart in weite Ferne gerückt. Der zwischenzeitliche Anschlusstreffer der Schwaben war aber ein Geniestreich: Antonio da Silva schlenzte bei einem Freistoß aus 30 Metern (61.) den Ball über den unaufmerksamen Manuel Neuer. Doch Heiko Westermann sorgte auf Vorarbeit von Ivan Rakitic per Kopfball für die Vorentscheidung (78.), den Schlusspunkt setzte Zugang Ze Roberto (90.+1).
Überschattet wurde die Partie von einem tödlichen Unfall unmittelbar vor Spielbeginn. Ein 24-jähriger Schalke-Anhänger wurde in Stadionnähe von einer Straßenbahn erfasst und starb noch an der Unfallstelle.
