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NWZonline.de Sport

Neustart geht nicht im Eiltempo

21.11.2018

Gelsenkirchen Nach einem Jahr wie im falschen Film steht Regisseur Joachim Löw mit seinem abgestürzten Nationalteam vor einem komplizierten Neuaufbau 2019. Das letzte Kapitel gegen die Niederlande offenbarte noch einmal das Dilemma: Deutschland hat einige Trends im Weltfußball verschlafen – und das ist nun auch mit radikalen Veränderungen in der Elitemannschaft des DFB nicht im Eiltempo aufzuholen.

„Eine junge Mannschaft braucht manchmal eine solche Erfahrung, um es in Zukunft besser zu machen“, kommentierte Bundestrainer Löw das ernüchternde und zugleich Mut machende 2:2 gegen die Niederländer am Montagabend zum Abschluss eines insgesamt desolaten Länderspiel-Jahres 2018.

Löws Kurs-Korrektur erst rund vier Monate nach dem WM-Desaster von Russland zeigte in den jüngsten drei Spielen in Frankreich (1:2), gegen Russland (3:0) und nun gegen den Erzrivalen Oranje zwar erste positive Wirkungen. Doch das neue Konzept des WM-Titeltrainers von 2014 ist – naturgemäß – noch unausgereift. Allein die Dynamik der drei jungen Stürmer Leroy Sané, Serge Gnabry und Timo Werner reicht nicht, um im Turbo-Tempo in die Weltspitze zurück zu sprinten.

Fans zurückhaltend

„Da denkst du, du bist im falschen Film“, sagte Thomas Müller nach seinem 100. Länderspiel-Einsatz zum Fünf-Minuten-Rückschlag in Gelsenkirchen. Der reichte, um den Holländern noch zwei Tore durch Quincy Promes (85. Minute) sowie Virgil van Dijk (90.+1) sowie den Gruppensieg in der Nations-League-Gruppe A1 zu schenken. „Vielleicht passt das ganz gut zu diesem Jahr 2018“, bemerkte Müller nach seinen knapp 30 Minuten als unglücklich agierender Einwechselspieler.

Das historisch schlechte WM-Jahr mit dem Abstieg in die Division B der Nations League als Krönung belastet auch die Beziehung zwischen Nationalmannschaft und Fans, das wurde am Verhalten der nur 42 186 Zuschauer in der Schalke-Arena erneut deutlich. Trotz eines lange beschwingten und mutigen Spiels der Gastgeber sprang der Funke nur selten auf die Ränge über – so wie schon beim 3:0-Sieg gegen Russland vier Tage zuvor in Leipzig. „Heute war das sehr wenig“, sagte Marco Reus. Müller zeigte sich ebenso überrascht: „Wir haben nach der WM ein paar Dinge verändert, auch was die Nähe zu den Fans betrifft. Wir haben uns in allen Spielen wirklich zerrissen. Ich denke, die Fans dürfen ruhig auch wieder mitmachen.“

Harter Brocken droht

Löw gab sich jedoch alle Mühe, Aufbruchstimmung zu verbreiten. „Ich gehe mit einem guten Gefühl in die Winterpause“, sagte der Bundestrainer: „Wir sind im nächsten Jahr mit diesen Spielern gut aufgestellt.“ Hoffnung verbreitet in erster Linie das Angriffs-Trio Werner, Sane und Gnabry, das die Abwehr der Niederländer immer wieder durcheinanderwirbelte. „Sie geben dir durch ihre Geschwindigkeit die Option, vermehrt in die Tiefe zu spielen“, meinte Toni Kroos. Das klappte nicht nur bei den Treffern von Werner (9.) und Sané (19.) eindrucksvoll.

Erst im März mit Beginn der Qualifikation für die Multinationen-EM 2020 taucht das DFB-Team wieder auf. Dabei droht zumindest ein harter Brocken: Durch das 1:1 von Polen zum Abschluss der Nations League in Portugal am Dienstagabend fiel die deutsche Mannschaft aus Lostopf 1. Damit könnte die DFB-Elf bei der Auslosung in Dublin am 2. Dezember in eine Gruppe mit Weltmeister Frankreich, Spanien oder England gelost werden.

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