Brandes war neben dem ehemaligen Werder-Prodi Uwe Harttgen zum „Männertalk mit Frühstück“ eingeladen, das die Kirchen in Wildeshausen einmal pro Jahr veranstalten. Obwohl Harttgen kurzfristig absagte, kompensierte der Dresdner Professor den „Ausfall“, wie nicht nur Pfarrer Matthias Selke fand. Brandes bezeichnete das Fußball-Stadion als einen der letzten Rückzugsräume für die Männerwelt; nach wie vor gelte der Fußball als „Schule des Lebens“. Denn wie im Wirtschaftsleben, wo manche Manager nur noch begrenzte Loyalität zum Unternehmen hätten, seien die Fußball-Profis mittlerweile zu „Söldnern“ geworden. Das heiße Eisen „Fußball und Sex“ packte der Hochschullehrer ebenso an wie Spiritualität im Sport oder die Fankultur. Für den gebürtigen Nordenhamer, der gegenwärtig nur die Zweitliga-Spiele von Dynamo Dresden besuchen kann, gab’s kräftiges Lob für die Fan-Arbeit bei Werder Bremen. „In der Ostkurve muss niemand Angst um seine Kinder haben“, erklärte Brandes. Problematisch für die
Bevölkerungsentwicklung in der Hansestadt werde es allerdings, wenn Werder in der Tabelle ständig oben stehe. Laut Umfragen seien Werder-Fans am ehesten bereit, für den Fußball auf Sex zu verzichten.
Kein Wunder, dass sich nach derartigen „Vorlagen“ eine muntere Diskussion beim Männertalk entwickelte. Dabei zeigte sich vor allem eines: Fußball ist eben „die beste Pille für den Mann“.
