Oldenburg/Cottbus - Verletzungspause, Unwetter-Unterbrechung, Gewitter-Abbruch: Die Oldenburg Knights haben eine lange wie teure und im Endeffekt frustrierende Reise in den Südosten von Brandenburg erlebt. Das GFL2-Auftaktduell bei Aufsteiger Cottbus Crayfish musste am Samstag beim Stand von 21:0 für die Gäste 1:31 Minuten vor dem Ende des zweiten Viertels abgebrochen werden. Die Ritter würden sich eine Wertung mit diesem Ergebnis wünschen. Die Gastgeber streben aber ein Wiederholungsspiel an.
Die Kosten
„Wir haben 10 000 Euro in den Sand gesetzt. Denn so viel hat uns diese Auswärtsfahrt mit Übernachtung gekostet. Für dieses Geld hätten wir einen weiteren Importspieler finanzieren können“, erklärte Knights-Geschäftsführer Holger Völling und weiß derzeit noch nicht, wie er einen weiteren mehr als 1000 Kilometer langen American-Football-Trip inklusive Übernachtung (an diesem Freitag war Berlin Station) finanzieren soll. „Cottbus braucht als Aufsteiger jeden Punkt, da werden sie sicher nicht auf eine Wiederholung verzichten“, hatte Cheftrainer Sebastian Blase schon kurz nach dem Spiel gesagt, als alle rätselten, was nun kommt: „Vielleicht könnte man sich ja in der Mitte in Magdeburg treffen. Das könnten auch wir in einer Tagesreise erreichen.“
Die Spielordnung
„Natürlich werden wir die Spielordnung wälzen und schauen, ob wir eine Wertung erreichen können“, betonte Völling auf Nachfrage am Sonntag, nachdem es im Knights-Lager Stimmen gegeben hatte, dass eine Wiederholung zu verhindern sein könnte. Der Ligaobmann habe ihm unmittelbar nach dem Spiel mitgeteilt, so Völling am Samstag, dass ein Abbruch zu diesem Spielzeitpunkt zu einer Neuansetzung führe, sich die Vereine aber auch auf eine Wertung einigen könnten.
Die Verletzung
In einem überlegen geführten Spiel hatten die Knights durch zwei Touchdowns des neuen Quarterbacks Joshua Cartwright und einen von Running Back Mike Schumacher (jeweils mit verwandeltem Extrapunkt von Kicker Darrian Naujoks) schon 21:0 geführt, als sich O-Liner Oliver Roock so schwer am Knie verletzte, dass er mit einem Rettungswagen in eine Klinik gebracht werden musste. Nach rund 30 Minuten wurde die Partie fortgesetzt, doch wegen eines Gewitters erneut unterbrochen.
Der Abbruch
Nach einer weiteren halben Stunde ging es weiter, doch wenig später war endgültig Schluss, weil ein neues Gewitter im Anmarsch war. „Wir haben in den beiden ersten Vierteln eigentlich alles richtig gemacht“, war Blase sportlich zufrieden. „Auch wenn wir die Punkte nicht behalten können, so konnten die Jungs unter reellen Bedingungen trainieren und ein gutes Gefühl nach Langenfeld mitnehmen“, sagte Völling mit Blick aufs zweite (erste) Spiel am kommenden Samstag (16 Uhr) bei den Longhorns. Die Rheinländer haben ihre schon zwei Partien beide gewonnen.
1. Juni: Cottbus (Auswärts).8. Juni: Langenfeld (A).16. Juni: Düsseldorf (Heim).29. Juni: Hamburg (H).6. Juli: Rostock (A).27. Juli: Lübeck (H). 10. August: Düsseldorf (A).17. August: Bielefeld (H).31. August: Cottbus (H).8. September: Lübeck (A).
Die Neuansetzung
Ob das Duell in Cottbus vielleicht am 13./14. Juli oder zum Saisonende am 14./15. September (diese Nachholtermine stehen im Spielplan) neu angesetzt wird, entscheidet sich wohl kurzfristig. Völling wäre ein Zeitpunkt lieber, wenn es vielleicht um nichts mehr geht, so dass man eventuell auf eine Übernachtung verzichten könnte. Davon geht er aber nicht aus: „Deshalb muss ich versuchen, irgendwie das nötige Geld zu besorgen, um erneut optimal vorbereitet ins Spiel zu gehen.“
