Oldenburg - So ganz recht wusste Kevin Smit nicht, wohin mit seinen Händen. Als der 22-Jährige bei der Sport-Gala am Montagabend in die Mitte der Bühne im Theater Laboratorium gerufen wurde, schien er mit sich selbst um die richtige Stellung im Scheinwerferlicht zu ringen. Umso gelöster wirkte der Spieler der EWE Baskets in der Basketball-Bundesliga, als das Ergebnis verkündet wurde: Smit wurde mit 1586 Stimmen vor dem Sportschützen Klaus Denks vom SV Etzhorn (1239 Stimmen) zum „Sportler des Jahres 2012“ gewählt.

„Es ist eine große Ehre für mich, hier ausgezeichnet zu werden. Ich war schon ziemlich nervös, als ich auf der Bühne stand. Aber die Nervösität ist schnell einem guten Gefühl gewichen“, sagte Smit. Und auch Denks freute sich über seine Platzierung: „Es war mir schon klar, dass ich gegen einen Basketballer mit meiner Randsportart keine Chance habe“, sagte der 39-Jährige. „Umso mehr freut es mich, dass wir etwas Werbung für unseren Sport machen konnten“, ergänzte Denks, der zudem mit Ralf Lehmann und Dirk Fredehorst im Mannschaftswettbewerb Platz vier belegte.

Knapp vorbeigeschrammt am zweiten Platz ist Ruder-Ass Sebastian Berlin vom Oldenburger Ruderverein. „Im Sport gehört es dazu, auch mal knapp zu verlieren. Ich bin zufrieden damit, wie im vorigen Jahr Dritter geworden zu sein“, meinte Berlin, der mit 1200 Stimmen nur 39 Wähler weniger hatte als Denks. Doch das war zweitrangig, wie NWZ -Chefredakteur Rolf Seelheim bei der Begrüßung betonte: „Alle Kandidaten haben herausragende Leistungen erbracht. Jeder Nominierte ist ein Gewinner.“

Dazu zählte auch der viertplatzierte Triathlet Olaf Geserick, der den kulinarischen Aspekt des Abends in den Vordergrund stellte: „Das Essen hier ist wirklich gut. Das ist sonst bei solchen Sportveranstaltungen nicht der Fall.“

Der älteste Teilnehmer der Veranstaltung, der 71-jährige VfL-Leichtathlet Horst Frense, war glücklich darüber, überhaupt nominiert worden zu sein: „Es ist toll, hier dabei sein zu dürfen.“

Das fand auch Sommerbiathletin Sylvia Hoppe. Doch was ist eigentlich Sommerbiathlon? Moderator Ralf Beyer blickte in ratlose Gesichter, als er diese Frage stellte, aber Hoppe klärte auf: „Es handelt sich um ganz normales Laufen, alle 1000 Meter geht es dann an den Schießstand.“ So ähnlich wie beim Biathlon also, nur ohne Schnee und Ski.

Hoppe muss es wissen, denn sie wurde 2012 in dieser jungen Disziplin deutsche Meisterin. Diesen Erfolg belohnten die NWZ-Leser mit 1254 Stimmen, die bei der Wahl zur „Sportlerin des Jahres 2012“ Podestplatz zwei hinter Siegerin Ruth Spelmeyer bedeuteten. Die 22-jährige Leichtathletin des VfL fuhr mit 1719 Stimmen erneut das Rekordergebnis ein.

Platz drei und fünf gingen an die frischgebackenen Handball-Nationalspielerinnen Maike Schirmer (3.) und Kim Birke (5.). Die VfL-Flügelzange rahmte die viertplatzierte Triathletin Kai Sachtleber (1. TCO „Die Bären“) ein.

„Meine Sportart ist ja noch ziemlich unbekannt. Aus diesem Grund war ich schon überrascht von meiner Platzierung“, sagte Hoppe. Bei den Oldenburger Sportschützen ist die durchtrainierte Athletin für das Fitnesstraining zuständig und betreut den Nachwuchs. Sommerbiathlon betreibt die 49-Jährige erst seit zwei Jahren. „Ich bin Jägerin und Läuferin. So kann ich beides verbinden“, erzählte die vielseitige Sportlerin und ergänzte: „Das gibt den Kick.“ 

Arne Erik Jürgens
Arne Erik Jürgens Thementeam Polizei/Justiz