Friesoythe - Dr. Jan Henrik Bookjans, 1. Vorsitzender beim SV Hansa Friesoythe, kann sich nur darüber wundern, dass die klimatischen Bedingungen in Katar nicht schon im Vorfeld der Vergabe berücksichtigt wurden. „Wir wissen ja nicht erst seit gestern, dass es dort im Sommer extrem heiß wird. Das wirft natürlich ein schlechtes Licht auf das gesamte Vergabeverfahren.“ Die Spiele werde er sich natürlich trotzdem anschauen. „Welche Vor- und Nachteile die Austragung im Winter mit sich bringt, wird sich dann zeigen“, so Bookjans. „Das ist ja jetzt alles noch ziemlich weit weg.“

Ewald Tholen, 2. Vorsitzender des SV Altenoythe, bezeichnet das gesamte Vorhaben der Austragung in Katar als unüberlegt. „Da wurde einfach planlos vorgegangen“, so Tholen. „Normalerweise geht die Saison ja bis Ende November oder bis Anfang Dezember. Wenn die WM nun im Winter stattfinden soll, wird dieser Plan komplett durcheinander gebracht. Die Spieler müssen dann spätestens im November in ihren jeweiligen Nationalmannschaften trainieren, man muss sich ja ausreichend vorbereiten.“

Werner Jungsthöfel aus Friesoythe findet die Idee, die Weltmeisterschaft im Winter auszutragen „vernünftig“. „Das Wohl der Spieler sollte auf jeden Fall im Vordergrund stehen“, findet der 57-Jährige. Die Belastung bei 70 bis 80 Spielen pro Saison in der Bundesliga und der Champions League sei ohnehin viel zu hoch, findet der Friesoyther.

Der 36-Jährige Daniel Glöckner sieht das anders: „Wenn WM, dann im Sommer“, findet der Friesoyther. Die Atmosphäre sei einfach besser, wenn man im Biergarten die Spiele verfolgen könne. Bei Minusgraden zu Hause vorm Ofen sitzen und Fußball gucken, das passe für ihn einfach nicht zusammen. Auch Anja Ovelgönne würde sich für 2022 eine WM im Sommer wünschen. „Bei der letzten Weltmeisterschaft war es einfach schön, dass man sich mit Freunden zum gemeinsamen Fußballschauen treffen und auch nebenbei grillen konnte.“ Ihr Sohn Hannes stimmt ihr zu. Der Neunjährige schaut sich die Spiele auch lieber in den Sommermonaten an.