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Regatta um die Erde Schafft diese Seglerin Historisches?

Die Südafrikanerin Kirsten Neuschäfer steht vor dem Sieg in der Weltumseglungs-Regatta Golden Globe Race.

Die Südafrikanerin Kirsten Neuschäfer steht vor dem Sieg in der Weltumseglungs-Regatta Golden Globe Race.

www.imago-images.de

Oldenburg/Les Sables D’olonne - Beim Ocean Race sind die teilnehmenden Segelteams am vergangenen Wochenende im brasilianischen Itajaí zur vierten Etappe aufgebrochen, die sie nach Newport (USA) führt. Bei jenem Rennen ist die Weltumseglung in sieben Teilstücke gegliedert, es sind jeweils mehrere Personen an Bord und diese bedienen sich in Fragen der Navigation, Kommunikation und der Wetteranalyse modernster Techniken.

Noch ein Trio im Rennen

Diese drei Punkte sind beim Golden Globe Race grundlegend anders. Bei dem Rennen, das am 4. September vergangenen Jahres im französischen Les Sables d’Olonne gestartet war, sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeweils allein an Bord. Die Route führt nonstop um die Erde und es dürfen keine modernen technischen Hilfsmittel eingesetzt werden. Am besten kommt mit diesen harten Bedingungen die Südafrikanerin Kirsten Neuschäfer zurecht. Die 39-Jährige führt das (arg zusammengeschrumpfte) Feld an und wird den Start- und Zielhafen an der Atlantikküste voraussichtlich an diesem Freitag erreichen. Dann war sie knapp acht Monate auf See – ohne Pause.

Neuschäfer würde mit einem Sieg Segelgeschichte schreiben. Sie wäre die erste Frau, die eine Weltumseglungs-Regatta (egal, ob nonstop oder in Etappen und egal, ob alleine oder als Kapitänin einer Mannschaft) gewinnt. Ihre Chancen sind ausgezeichnet, sie hat nur noch einen ernsthaften Rivalen, den Inder Abhilash Tomy (dieser liegt rund 100 Seemeilen hinter ihr). Der Österreicher Michael Guggenberger ist ebenfalls noch im Rennen, liegt aber weit hinter dem Duo. Die Drei sind die letzten Verbliebenen in der Rennwertung.

Zu Regattabeginn im September waren 15 Männer und eine Frau (Neuschäfer) an den Start gegangen. Zahlreiche Teilnehmer mussten ganz aufgeben, andere ließen sich beziehungsweise ihrer Yacht (die Boote sind zwischen 9,75 und 10,97 Meter lang) an Land helfen. Das führt zum Hinausfallen aus der Rennwertung, die Regatta kann danach aber in der sogenannten Chichester Class fortgesetzt werden. Derzeit sind noch zwei Segler in dieser Klasse unterwegs.

Von Fischtrawler gerettet

So spannend und faszinierend diese Regatta ist, so gefährlich ist sie auch. Vor zwei Wochen war das Boot des britischen Teilnehmers Ian Herbert-Jones im Südatlantik gekentert. Der Segler – er war zu dem Zeitpunkt bereits in der Chichester Class unterwegs – wurde verletzt und glücklicherweise von einem taiwanesischen Fischtrawler an Bord genommen. Und wenn Neuschäfer und Tomy das Ziel in Frankreich erreichen, werden sie dort noch Zeitgutschriften erhalten. Denn beide waren im November an einer Hilfsaktion beteiligt, als der Finne Tapio Lehtinen südöstlich von Kapstadt gerettet wurde. Neuschäfer und Tomy hatten dafür ihren Kurs geändert.

Das aktuelle Golden Globe Race geht auf ein Rennen von 1968 zurück. Damals hatte die englische Zeitung „Sunday Times“ eine Weltumseglungs-Regatta ins Leben gerufen. Neun Segler nahmen teil, nur einer erreichte das Ziel. 50 Jahre später, 2018, wurde das Rennen erneut ausgetragen. Dieses Mal nahmen 17 Boote teil, von denen fünf das Ziel erreichten. Derzeit findet das Rennen zum dritten Mal statt, im Herbst 2026 soll das nächste gestartet werden.

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)
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