Lodbergen - Therese Nilshagen, 31-jährige Bereiterin aus Schweden im Dressurpferde Leistungszentrum Lodbergen, konnte kürzlich aus den Händen des PSVWE-Vorsitzenden Claus Bergjohann das Goldene Reitabzeichen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) für besondere Erfolge im Dressursport entgegennehmen.

Zum Reitsport kam die gebürtige Stockholmerin durch ihre drei Jahre ältere Schwester Annika. Die ging in eine Reitschule. „Da wollte ich das auch“, saß die Pferdewirtin mit dem Schwerpunkt Klassisches Reiten bereits im Alter von vier Jahren erstmals auf einem Pony. Fünf Jahre später wechselte Therese Nilshagen „in eine gute Reitschule“, in der sie „alle Ponys reiten durfte, weil ich so klein war“.

Ihr erstes Reitturnier wurde trotz des enormen Trainings ein Fiasko. „Mein Ponyschecke Rainbow bewegte sich im Reiterwettbewerb weder vor noch zurück. Da habe ich ihm gesagt, lass uns rausgehen, heute wird das nichts. Ich glaube, er war froh“, erinnert sich die damals Zwölfjährige heute.

Obwohl Nilshagen „auch ab und zu mal im Springsattel“ saß, legte sie sich früh auf den Dressursport fest. Mit einem Schulpony qualifizierte sie sich für die schwedische Meisterschaft. „Da bin ich irgendwo im zweistelligen Bereich gelandet“, hielt sich Nilshagen dafür mit Goldmedaillen bei Stockholmer Stadtmeisterschaften schadlos.

Nach dem Abitur zog es sie, die bis dahin nur Ponys geritten hatte, zum Spracherwerb nach Deutschland. „Natürlich wollte ich auch reiten“. Ein Jahr lang sollte es sein, denn sie hatte an der Universität in Stockholm bereits im Fach Jura einen Studienplatz sicher. „Das wird heute nichts mehr mit Jura“, schmunzelt die Reiterin.

Nilshagens erste Station in Deutschland war der Grönwohldhof von Karin Rehbein. Dort erhielt sie den reiterlichen Feinschliff durch ihren Lehrmeister Falk Rosenbauer. Im Sattel des von ihr selbst ausgebildeten Just Perfect sammelte Nilshagen in der siebenjährigen Tätigkeit auf dem Grönwohldhof gleich sechs Siege bis hin zur Intermediaire I.

Es schlossen sich 18 Monate auf dem Hof Kasselmann in Hagen a. T.W. an. Als dann das Angebot aus Lodbergen kam, zögerte die Schwedin nicht lange. Seit dem 1. April 2012 nennt sie das Dressurpferde-Leistungszentrum Lodbergen ihre sportliche Heimat. Geschäftsführer Urs Schweizer ist sehr zufrieden mit der Reiterin, der er den Reservesieger 2009 der Körung, den Hengst Dante Weltino OLD zur Verfügung stellte. In diesem Jahr fuhr Nilshagen mit dem siebenjährigen Hauptbeschäler des Leistungszentrums bereits sieben S-Siege ein und qualifizierte ihn für das Finale im Nürnberger Burgpokal in Frankfurt.

Zur Qualifikation meint die immer sympathisch lächelnde Reiterin: „Mein schönster reiterlicher Erfolg“. Einen weiteren S-Sieg sammelte Nilshagen mit dem Hengst Sean Connery ein. Sie scheint rundum zufrieden, wenn sie feststellt: „Was ich mir reiterlich vorstelle, das habe ich hier in Lodbergen gefunden“.

Am Ende ihrer Ziele ist Nilshagen, „die immer in Deutschland bleiben“ möchte, „aber für ihr Heimatland Schweden bei Championaten antreten“ will, noch längst nicht angekommen. „Ich möchte gern mal bei den Olympischen Spielen starten!“