GROß IPPENER - Als die Gemeinde Groß Ippener 1975 die ehemalige Schule zu einem Dorfgemeinschaftshaus umbaute, da wurde auch an eine kleine Turnhalle gedacht. Doch außer Gymnastik, Kinderturnen oder Tischtennis waren auf der rund 120 Quadratmeter Fläche kaum größere sportliche Aktivitäten möglich. Das soll sich ab Sommer dieses Jahres ändern. Eine separate Mehrzweckhalle soll künftig noch ganz andere Sportarten in der 1200-Einwohner-Gemeinde möglich machen. Am Dienstag stellte die Gemeinde die Pläne vor.
Wie bereits berichtet, haben die vier Vereine in der Gemeinde – Turn- und Sportverein (TSV) Ippener, Schützenverein, Tennisclub sowie Krieger- und Soldatenkameradschaft – vor kurzem eine Gesellschaft gegründet, die als Bauherrin der neuen Einfeldsporthalle mit Schießstand, Clubraum und diversen Funktionsräumen auftritt. „Das haben wir gemacht, um die Vereine mit in die Verantwortung zu nehmen, damit sie hinter der Sache stehen und später pfleglicher mit allem umgehen“, erläuterte Bürgermeister Georg Drube, der zugleich Geschäftsführer der neu gegründeten Sport- und Freizeitcentrum Ippener GmbH ist. Die Gemeinde habe für die Finanzierung einen Zuschuss von einer Millionen Euro in ihren Haushalt eingeplant. Der Auftrag für das Mehrfunktionsgebäude sei an die Firma Ralf Mehrings in Hude gegangen. Mit ihr sei ein Festpreis von 1,05 Mio. Euro vereinbart worden, 50 000 mehr als eigentlich geplant.
Spielplatz wird verlegt
Für diese Summe, so Drube, werde das Funktionsgebäude schlüsselfertig auf der Fläche des jetzigen Spiel- und Volleyballplatzes errichtet. Letzterer würde dann auf den Sportplatz hinterm Kindergarten verlegt. „Wir werden die Halle in unserem Betonfertigteilwerk in Steinkimmen zusammen bauen und dann per Tieflader nach Ippener bringen“, erläuterte Bauunternehmer Ralf Mehrings. Anschließend bekomme das Gebäude eine gemauerte Verblendung aus rotem Klinker.
Die sechs mal 70 Meter lange Schießhalle wird samt Dämmung nur im Rohbau übergeben. „Der Schützenverein baut sich Innen alles selbst aus“ erklärte Drube. Auch für Sportgeräte und Ausrüstungsgegenstände müssten die Vereine selbst sorgen und dafür an den entsprechenden Stellen Zuschüsse beantragen.
Alte Halle weiter genutzt
„Mit der neuen Halle haben wir jetzt mehr Möglichkeiten; dafür sind wir der Gemeinde dankbar“, sagte TSV-Vorsitzender Jens Riese. Der Verein wolle versuchen, neue Sparten zu gründen, wie zum Beispiel Badminton, Handball, Basketball und Korbball, und damit neue Mitglieder gewinnen. Zudem wollten die Ippener Fußballer, Tennisspieler und Beach-Volleyballer die 450 Quadratmeter große Halle fürs Wintertraining nutzen. Die diversen Gymnastikangebote könnten weiter in der alten Halle stattfinden.
Unternehmer Mehrings rechnet in etwa vier Wochen mit der Baugenehmigung. „Dann können wir gleich loslegen und sind vielleicht schon im Juni fertig.“
