Hude - Nach dem letzten Saisonspiel der HSG Hude/Falkenburg in der 3. Liga gegen den TSV Travemünde (19:26) wurde es bei den Handballerinnen emotional. Janna Müller griff sich das Mikrofon, die Mannschaft versammelte sich um die Spielerin. Es galt, Abschied zu nehmen – sowohl aus der dritthöchsten Liga nach nur einjähriger Zugehörigkeit als auch von einigen Mannschaftskolleginnen.

„Ohne euch hätten wir es nicht geschafft, die 3. Liga zu stemmen“, sagte Müller und richtete ihren Dank an die zahlreichen Helfer und Sponsoren. Dass das zweite Gastspiel der Huderinnen in dieser Klasse schon nach einer Spielzeit wieder beendet sein würde, stand schon seit Wochen fest. Zu groß waren die Verletzungsprobleme, die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison zogen. „Es ist suboptimal verlaufen, wir hatten uns das auch anders vorgestellt. Mit ein paar mehr Spielerinnen auf der Bank wäre es sicher besser gelaufen“, vermutete Müller und dankte gleichzeitig den vielen Spielerinnen, die sich immer wieder bereiterklärt hatten, im kleinen Kader der ersten Mannschaft auszuhelfen.

Spürbar schwieriger fielen der 27-Jährigen die Worte, als sie zu den Verabschiedungen überleitete. Gleich für fünf Spielerinnen gab es am Sonntagnachmittag Präsente. Franziska Bohlken, die Müller als „HSG-Urgestein“ und „stärkste Abwehrspielerin der Welt“ bezeichnete, wird ihre Handballschuhe nach einer Verletzung, die sie sich in dieser Saison zugezogen hatte, an den Nagel hängen. Kreisläuferin Sonja Cordes wird sich wieder in die zweite Mannschaft der HSG zurückziehen. Rückraumspielerin Kea Drewes wechselt nach nur einer Spielzeit in Hude zum bisherigen Ligarivalen TV Oyten. Pia Möller zieht es aus privaten Gründen nach Berlin, ihr Pass wird vorerst aber bei der HSG bleiben. Aus privaten und beruflichen Gründen wird auch Flügelflitzerin Nadja Albes kürzer treten und allenfalls noch sporadisch zum Einsatz kommen. „Das Knie macht nach zwei Operationen nicht mehr mit“, sagte Albes, die insgesamt vier Spielzeiten für Hude/Falkenburg aktiv war.

Der Rest des Kaders werde aber zusammenbleiben, bestätigte Trainer Dean Schmidt. Er war Anfang Januar nach dem Rücktritt von Thorsten Stürenburg zur HSG gestoßen und hatte die Mannschaft nach einer mehrwöchigen Eingewöhnungszeit an der Seite von Co-Trainer Werner Bokelmann und Betreuer Sebastian Zwiener für die letzten acht Begegnungen in der 3. Liga hauptverantwortlich übernommen.

Als ersten Zugang für die neue Spielzeit präsentierte Schmidt bereits die Kreisläuferin Jennifer Frank. Die 25-Jährige kommt vom Landesligisten HSG Schwanewede/Neuenkirchen, wo Schmidt ebenfalls schon Trainer war. „Sie ist sehr ehrgeizig und eine absolute Teamspielerin. Sie passt auch charakterlich in die Mannschaft“, sagt der HSG-Coach, der in dieser Woche noch auf die Zusage einer weiteren Spielerin hofft. Denn in der kommenden Saison soll die Oberliga nur eine einjährige Aufenthaltsstation sein: „Wir peilen den Wiederaufstieg an“, betont Schmidt.

Michael Hiller
Michael Hiller Redaktion Wildeshausen (Lokalsport)