Colnrade - Es ist der große Traum eines kleinen Vereins – und er wird es auch wohl bleiben. Vor mehr als zehn Jahren hatte der Sportclub (SC) Colnrade ihn zum ersten Mal öffentlich ausgesprochen: Eine Flutlichtanlage sollte auf dem Sportplatz des Vereins die Trainings- und Spielsituation für die Fußballsparte erheblich verbessern.
Im Jahr 2007 fasste die Mitgliederversammlung endgültig den Beschluss, zwei Jahre später kündigte der damalige Vorsitzende Harald Lehnhof auf der Jahreshauptversammlung im März 2009 an, die Flutlichtanlage mit den sechs Masten bis Ende September desselben Jahren aufstellen zu wollen. Doch dazu kam es nie.
Auf der Hauptversammlung 2010 ruderte der Verein bereits zurück. Es wurde überlegt, ob eine Flutlichtanlage überhaupt noch Sinn mache. Letztlich einigten sich die Mitglieder auf die Anschaffung von nur noch zwei Masten.
„Für unseren Verein lohnt sich einfach nicht, da muss man auch Realist sein“, gibt Dietrich Kirchhoff, Spartenleiter Fußball im FC Colnrade, unumwunden zu. „Wir haben nur noch anderthalb Fußballmannschaften: die 1. Herren in der Kreisliga und eine Spielgemeinschaft mit dem SV Fortuna Einen in der 3. Kreisklasse Vechta.“ Dazu fehle es an Nachwuchs; eine Jugendmannschaft gebe es nicht mehr.
Seit 1999 hat der kleine Verein mit seinen rund 230 Mitgliedern etwa 100 000 Euro investiert. Eine Flutlichtanlage mit sechs Masten hätte allein 80 000 Euro gekostet. „Das steht bei 30 bis 40 Fußballern in keinem Verhältnis und würde zu Lasten der anderen Sparten gehen“, so Kirchhoff. Der Verein müsse sich halt, wie in den Jahren zuvor, anders behelfen. „Der Staffelleiter weiß schon, dass er zwischen Oktober und April für uns kein Spiel abends anzusetzen braucht.“
Dennoch werde das Ziel, wenigstens zwei Flutlichtlampen aufzustellen, weiterverfolgt: „Das würde zumindest für einen vernünftigen Trainingsbetrieb ausreichen“, meint der Spartenleiter des SC. Man habe sich auch schon gebrauchte Masten angeschaut. „Diese würden zusammen mit dem Gießen des Fundaments und dem Verlegen der Kabel wohl nicht mehr als 10 000 Euro kosten“, hat Kirchhoff überschlagen.
Ob es dazu kommt, hängt aber auch vom neuen Vorsitzenden ab, der im Juli neu gewählt werden soll. Ende April hatte der bisherige Vereinschef Volker Siegmann überraschend sein Amt niedergelegt.
